Es sind diese öden Gedanken, die bleiben,
wenn einen das Leben so kalt überrollt,
als hätte es nie etwas Gutes gewollt,
und die Jahre danach ins Verloren-sein treiben.
Es wächst eine einsame, steinige Wüste,
schier grenzenlos viel an Gefühlen liegt brach.
Ersonnene Schuld wird zur bitteren Schmach,
zum Grab für die Hoffnung und Labsal der Lüste.
Es bleiben nur Durst und verdörrendes Sterben,
die Wolken des Lebens ziehn wasserlos leer
aus trockengefallenen Meeren daher.
Die Krüge der Jugend, sie liegen in Scherben.
Doch auch im Geröll und den staubigen Dünen
stehn Zeit und das Leben trotz allem nicht still;
man findet mit Demut und wenn man nur will
in Steinen und Sand noch verborgenes Grünen.
Stammheim, 10. Januar 2016