Kategorie: Neue Gedichte

Hier stehen die zuletzt entstandenen zehn Gedichte

Magie der Ozeane

Wo festes Land und Ozean sich spüren, wo jene grenzenlose Wasserweite und Berge, Felsen, Täler Seit an Seite, bedächtig wie zwei Sphären sich berühren,   will mystische Magie mich still verführen. Als ob sie stumm von einer Last befreite, in eine tiefe Sehnsucht mich begleite, eröffnet sie mir ungeahnte Türen.   Wo Meer und Himmel ineinander streben, erfahr ich schiere…

Morgenzauber

Der Morgen hat den Nebel aufgesogen und gleißend überstrahlt das frühe Licht, das funkelnd sich am Reif der Gräser bricht, die Wiesen, weiß mit Kälte überzogen.   Gespenstisch recken kahl des Baumes Äste, im hellen Licht verschwommen ungenau, sich in das glühend helle Himmelsgrau, mit schwarzen Silhouetten ihrer Gäste.   Und deren Ruf zerreißt das Morgenschweigen, zieht schnarrend in den…

Vermächtnis

Kommt her und hört mir zu, ihr lieben Enkelkinder, schon bald vererben wir euch Jungen diese Welt. Wir hatten es sehr schwer und die davor nicht minder, doch übergeben wir den Acker wohl bestellt.   Die Arktis hinterlassen wir euch ohne Bären und bald auch schon im Sommer völlig ohne Eis. Wie konnten wir uns denn um diese Dinge scheren,…

Gefährtin Gala

Die kostbare Gnade, nur einfach zu leben, ein Dasein, ganz ohne bedrückende Fragen, von Lust des Empfindens so arglos getragen, das ist meiner Gala, dem Kätzchen, gegeben.   In glänzenden Augen, da kann ich erkennen, dass Stolz und Gelassenheit in ihnen thronen und hell wie ein Lichtschein im Innersten wohnen In ihm spür ich Demut und Duldsamkeit brennen.   Als…

Der Weg nach Hause

Ich seh die letzten Körnchen in der Sanduhr rinnen, das Ziel der langen Reise, es ist bald erreicht, die letzte Stunde meiner Erdenzeit verstreicht, doch ich empfinde still im Ende ein Beginnen.   Bin ich auch jenen langen, schweren Weg gegangen, ich hab mich dennoch keinen Schritt voran bewegt, fand keine Antwort, hab die Neugier abgelegt und bin zuletzt noch…

Momente

Ist es nur ein Lidschlag Zeit, das ganze Menschenleben, gemessen an der Ewigkeit, beinah ein Nichts daneben?   Wie schwer wiegt, wenn man es vergleicht, was all die langen Jahre wiegen, mit Schmetterlingen, federleicht, die nur den einen Sommer fliegen?   Ob einen Augenblick, ein Jahr, ist das nicht gänzlich unerheblich? Vor der Unendlichkeit sogar, such ich den Unterschied vergeblich.…

Wofür

Vergessen, irgendwie in mir verloren, so ziehen die Gedanken mit dem Fluss. Er trägt sie wiegend wie ein tristes Muss, mit schwarzer Hoffnungslosigkeit verschworen.   So unerreichbar nah der Saum des Ufers dort drüben, fahl in einem Nebelgrau. Herüber lodern seltsam ungenau die Mahnungsschreie eines fremden Rufers.   Ich bin erschöpft und mag nicht länger bleiben. Ach wüsst ich nur,…

Herbstabend

Vom Berg herab bläst sacht ein kühler Wind, erzählt vom langen Schlaf und kurzen Tagen. Von Krähen, die im Stoppelacker sind, hat er das raue Lied hinab getragen.   Die müde Sommerwärme, sie vergeht, scheint in den langen Schatten zu ertrinken. Der Sonnenrest, der tief im Westen steht, beginnt in roten Wolken zu versinken.   Allmählich bricht die Dämmerung herein,…

Stiller Abschied

Ein kühler Wind weht Aufbruch aus Nordwesten, treibt erste, zarte Farben vor sich her. Er spielt im Regen mit den welken Resten der Sommertage, denn sie sind nicht mehr.   Aus trübem Grau der Wolken fällt Bedrückung und rinnt in Tropfen still am Fensterglas. Gedanken suchen heimlich die Verzückung, die ich im Zauber warmer Nächte las.   Als Schwermut schweben…

Die Lücke

Schon lang habe ich meinem Schicksal verziehen, ich hab mich gefügt, hab den Streber gemacht. Es gab keinen Weg mehr, um weiter zu fliehen. saß weinend am Fenster so manch kalte Nacht.   Wer hat meine Sehnsüchte jemals verstanden? Die Träume erstickten in Realität. Es waren die Zwänge, die schließlich uns banden; die Zwangsjacke war aus Verpflichtung genäht.   Die…

Früher Tag

Träge steigt der Morgen aus dem Osten. Langsam fließt sein Licht ins dunkle Tal, wo die Wiesen kühles Taunass kosten, perlengleich, in Tropfen ohne Zahl.   Zögernd wächst der Tag in sein Ergrauen, Nebel hüllen rätselhaft den Bach. Schattensilhouetten in den Auen zeigen sich als Bäume nach und nach.   Schaurig ist die Szenerie ergeben einem klammen Schweigen überall und…

Rückschau

Erinnerungen bergen bange Fragen, die eine Schuld im trüben Gestern stellt, und in verborgenen Gedanken gellt, als Tinnitus aus abgelebten Tagen.   Doch zeitigt eine Rückschau nicht nur Klagen, auch Echo, das aus guten Stunden quellt, entsprießt dem Hort der Memoirenwelt, wie Blumen, die aus trister Dürre ragen.   Das dunkle Gestern will mir Warnung sein, die alten Schwächen taugen,…

Der Morgen war tükis

Der Horizont im Osten war türkis, die Amseln haben viel zu laut gesungen als er sie früh am Morgen still verließ, sie waren in Gedanken noch umschlungen.   So seltsam schwerelos und tief bewegt war er in ihrem zarten Bann gefangen, ist aufgewühlt und seelenwund erregt in seine Einsamkeit zurück gegangen.   Dort fing die Wirklichkeit ihn grausam ein und…

Der Gang der Zeit

Als schwebe durch den Tag ein leises Bangen, so zieht die müde Luft an mir vorbei, in einem Hauch von Sommereinerlei und lauer Ahnungslosigkeit gefangen.   In welken Gräsern dürstet ein Verlangen, entflieht mit Wolken wie ein stummer Schrei, als ob der Sommer längst verloren sei, für den wir gestern noch die Lieder sangen.   Der Blick zurück reißt längst…

Schwüle

So feuchteschwer liegt träge Luft im Garten, kein Hauch in den Holunderzweigen. Ihr süßlich herber Duft liegt wie ein Schweigen auf dem in dumpfer Glut gelähmten Warten.   Und wie verloren legen sich die matten, in schwülen Dunst getauchten Mittagstunden aufs Gras, als hätten sie Verbleib gefunden in dem erfrischend kühlen Eschenschatten.   Beinahe unbemerkt erwächst ein Dunkeln, aus weißen…

Vertrauen

Befreiend wohl tut die Verlässlichkeit – erwachsen aus Erfahrung und Erleben, vermag sie Glauben an das Du zu geben und lebt und stirbt mit dessen Offenheit.   Mich hinzugeben bin ich dann bereit und mutig in vertrauten Arm zu schweben. Auf diesem tiefen Sicherheitsbestreben beruht die wahre Freundschaft alle Zeit.   Es ist, als ob die Seelen sich umschlingen, als…

Eisgeburt

Steil, aus eisigkalten Meeresfluten, ragt die weiße Gletscherwand empor, die schon viele tausend Winter fror. Niemand sieht ihr schmelzendes Verbluten.   Nichts scheint ihre Wuchtigkeit zu stören. In der Luft jedoch liegt sonderbar Spannung, die schon früh zu fühlen war und ein leises Knistern ist zu hören.   Dann erwächst daraus ein lautes Krachen und der eisgeboren feste Boden bebt,…

Strom des Lebens

Das Leben fließt in seines Schicksals Bahnen, ist wie der Bach, im Anfang arglos, klein, doch sammelt er im Laufe Weisheit ein, beginnt die Wahrheit mehr und mehr zu ahnen.   Bald ist das Rinnsal dann zum Fluss gediehen, die Freude, alles Leid, das er enthält verschmelzen mit den Wassern dieser Welt im Ozean, wohin die Ströme ziehen.   Es…

Es herbstet

Der Ahornbaum scheint langsam zu ergrauen, wenn bitterkühle Nächte ihn verfärben, die Blätter still in warmem Buntsein sterben und Erste sich den Winden anvertrauen.   Wenn graue Schwaden in den Feldern brauen, ist  Abschied zu erahnen mit den herben Gerüchen von Vergehen und Verderben, die wie erfroren aus dem Dunkel tauen.   Nun eilt das Licht, die Trübung aufzuzehren, und…

Spätsommer

In drückend geisterhafter Totenstille entschweben Nebelkissen in den Morgen, als wäre stumm darin ein letzter Wille, der Sterbenshauch der Sommerzeit verborgen.   Das Leben riecht nach Abschied und Vergehen, ein Frösteln liegt im Tau der frühen Wiesen. Es ist, als hörte man die Zeit verwehen und ganz allmählich ins Vergessen fließen.   Da schwelt Melancholie, ein stilles Grämen, mit diesen…