Kategorie: Neue Gedichte

Hier stehen die zuletzt entstandenen zehn Gedichte

Bunte Tage

Wenn die Welt sich früh aus Nebeln schält, wenn im Morgenlicht Gespinste glänzen, Zweige perlmuttedelsanft bekränzen, sind des Sommers Tage schon gezählt.   Wenn die Flur in warme Farben sinkt, lange Schatten durch die Felder streifen, kalte Nächte nach dem Werden greifen, wird das Grün allmählich abgeschminkt.   Wenn das Licht sie nicht mehr wärmen kann und die Schwalben in…

Weite

Ich schaute auf des Ozeanes Weite, hinaus bis an den fernen Weltenrand und seltsam weitete sich mein Verstand – mir war, als ob er sich vom Hier befreite.   Ganz nah bei mir, da sah ich Seit‘ an Seite das Meer, vereinigt mit dem festen Land, erfuhr die Kraft, die beides fest verband, was auch der Brandung Wogen nicht entzweite.…

Magie der Ozeane

Wo festes Land und Ozean sich spüren, wo jene grenzenlose Wasserweite und Berge, Felsen, Täler Seit an Seite, bedächtig wie zwei Sphären sich berühren,   will mystische Magie mich still verführen. Als ob sie stumm von einer Last befreite, in eine tiefe Sehnsucht mich begleite, eröffnet sie mir ungeahnte Türen.   Wo Meer und Himmel ineinander streben, erfahr ich schiere…

Morgenzauber

Der Morgen hat den Nebel aufgesogen und gleißend überstrahlt das frühe Licht, das funkelnd sich am Reif der Gräser bricht, die Wiesen, weiß mit Kälte überzogen.   Gespenstisch recken kahl des Baumes Äste, im hellen Licht verschwommen ungenau, sich in das glühend helle Himmelsgrau, mit schwarzen Silhouetten ihrer Gäste.   Und deren Ruf zerreißt das Morgenschweigen, zieht schnarrend in den…

Herbstabend

Vom Berg herab bläst sacht ein kühler Wind, erzählt vom langen Schlaf und kurzen Tagen. Von Krähen, die im Stoppelacker sind, hat er das raue Lied hinab getragen.   Die müde Sommerwärme, sie vergeht, scheint in den langen Schatten zu ertrinken. Der Sonnenrest, der tief im Westen steht, beginnt in roten Wolken zu versinken.   Allmählich bricht die Dämmerung herein,…

Stiller Abschied

Ein kühler Wind weht Aufbruch aus Nordwesten, treibt erste, zarte Farben vor sich her. Er spielt im Regen mit den welken Resten der Sommertage, denn sie sind nicht mehr.   Aus trübem Grau der Wolken fällt Bedrückung und rinnt in Tropfen still am Fensterglas. Gedanken suchen heimlich die Verzückung, die ich im Zauber warmer Nächte las.   Als Schwermut schweben…

Früher Tag

Träge steigt der Morgen aus dem Osten. Langsam fließt sein Licht ins dunkle Tal, wo die Wiesen kühles Taunass kosten, perlengleich, in Tropfen ohne Zahl.   Zögernd wächst der Tag in sein Ergrauen, Nebel hüllen rätselhaft den Bach. Schattensilhouetten in den Auen zeigen sich als Bäume nach und nach.   Schaurig ist die Szenerie ergeben einem klammen Schweigen überall und…

Es herbstet

Der Ahornbaum scheint langsam zu ergrauen, wenn bitterkühle Nächte ihn verfärben, die Blätter still in warmem Buntsein sterben und Erste sich den Winden anvertrauen.   Wenn graue Schwaden in den Feldern brauen, ist  Abschied zu erahnen mit den herben Gerüchen von Vergehen und Verderben, die wie erfroren aus dem Dunkel tauen.   Nun eilt das Licht, die Trübung aufzuzehren, und…

Spätsommer

In drückend geisterhafter Totenstille entschweben Nebelkissen in den Morgen, als wäre stumm darin ein letzter Wille, der Sterbenshauch der Sommerzeit verborgen.   Das Leben riecht nach Abschied und Vergehen, ein Frösteln liegt im Tau der frühen Wiesen. Es ist, als hörte man die Zeit verwehen und ganz allmählich ins Vergessen fließen.   Da schwelt Melancholie, ein stilles Grämen, mit diesen…