Autor: Galapapa

Magie der Ozeane

Wo festes Land und Ozean sich spüren, wo jene grenzenlose Wasserweite und Berge, Felsen, Täler Seit an Seite, bedächtig wie zwei Sphären sich berühren,   will mystische Magie mich still verführen. Als ob sie stumm von einer Last befreite, in eine tiefe Sehnsucht mich begleite, eröffnet sie mir ungeahnte Türen.   Wo Meer und Himmel ineinander streben, erfahr ich schiere…

Morgenzauber

Der Morgen hat den Nebel aufgesogen und gleißend überstrahlt das frühe Licht, das funkelnd sich am Reif der Gräser bricht, die Wiesen, weiß mit Kälte überzogen.   Gespenstisch recken kahl des Baumes Äste, im hellen Licht verschwommen ungenau, sich in das glühend helle Himmelsgrau, mit schwarzen Silhouetten ihrer Gäste.   Und deren Ruf zerreißt das Morgenschweigen, zieht schnarrend in den…

Vermächtnis

Kommt her und hört mir zu, ihr lieben Enkelkinder, schon bald vererben wir euch Jungen diese Welt. Wir hatten es sehr schwer und die davor nicht minder, doch übergeben wir den Acker wohl bestellt.   Die Arktis hinterlassen wir euch ohne Bären und bald auch schon im Sommer völlig ohne Eis. Wie konnten wir uns denn um diese Dinge scheren,…

Gefährtin Gala

Die kostbare Gnade, nur einfach zu leben, ein Dasein, ganz ohne bedrückende Fragen, von Lust des Empfindens so arglos getragen, das ist meiner Gala, dem Kätzchen, gegeben.   In glänzenden Augen, da kann ich erkennen, dass Stolz und Gelassenheit in ihnen thronen und hell wie ein Lichtschein im Innersten wohnen In ihm spür ich Demut und Duldsamkeit brennen.   Als…

Der Weg nach Hause

Ich seh die letzten Körnchen in der Sanduhr rinnen, das Ziel der langen Reise, es ist bald erreicht, die letzte Stunde meiner Erdenzeit verstreicht, doch ich empfinde still im Ende ein Beginnen.   Bin ich auch jenen langen, schweren Weg gegangen, ich hab mich dennoch keinen Schritt voran bewegt, fand keine Antwort, hab die Neugier abgelegt und bin zuletzt noch…

Geschenke

Geschenke sind ein manches Mal verblüffend überraschend, gelegentlich auch eine Qual, nach Dank und Anerkennung haschend.   Ist man des Zeugs, das man schon hat, an Festen überdrüssig, verleiht man gern das Prädikat: Nicht schön, doch dafür überflüssig.

Katz und Maus

Es sprach die Maus zur Katze: „Die Spitze deiner Krallen, sie kann mir nicht gefallen. ich hasse deine Tatze!“   Darauf die Katze: „Schau, sie können nicht mehr ritzen, geschnitten sind die Spitzen. Komm raus und sieh genau!“   „Ach wirklich?“, sprach die Maus, „wird Zeit, dass ich erwähne, die Spitzen deiner Zähne. Ich komme nicht  heraus!“   Noch sitzt…

Momente

Ist es nur ein Lidschlag Zeit, das ganze Menschenleben, gemessen an der Ewigkeit, beinah ein Nichts daneben?   Wie schwer wiegt, wenn man es vergleicht, was all die langen Jahre wiegen, mit Schmetterlingen, federleicht, die nur den einen Sommer fliegen?   Ob einen Augenblick, ein Jahr, ist das nicht gänzlich unerheblich? Vor der Unendlichkeit sogar, such ich den Unterschied vergeblich.…

Oktober

Der Wind spielt mit den dunklen, alten Blättern, Libellen tanzen überm Gartenteich; sie schweben auf und ab so seidenweich, als wollten sie den Sonnenstrahl erklettern. Ein wenig Schwermut hängt in all den Bäumen, gar eine Spur von Müdigkeit dabei, zudem auch eine Brise Einerlei. Die Welt erscheint betagt und still zu träumen. Dem blauen Himmel fehlen seine Schwalben, ein Hauch…

Wofür

Vergessen, irgendwie in mir verloren, so ziehen die Gedanken mit dem Fluss. Er trägt sie wiegend wie ein tristes Muss, mit schwarzer Hoffnungslosigkeit verschworen.   So unerreichbar nah der Saum des Ufers dort drüben, fahl in einem Nebelgrau. Herüber lodern seltsam ungenau die Mahnungsschreie eines fremden Rufers.   Ich bin erschöpft und mag nicht länger bleiben. Ach wüsst ich nur,…

Herbstabend

Vom Berg herab bläst sacht ein kühler Wind, erzählt vom langen Schlaf und kurzen Tagen. Von Krähen, die im Stoppelacker sind, hat er das raue Lied hinab getragen.   Die müde Sommerwärme, sie vergeht, scheint in den langen Schatten zu ertrinken. Der Sonnenrest, der tief im Westen steht, beginnt in roten Wolken zu versinken.   Allmählich bricht die Dämmerung herein,…

Stiller Abschied

Ein kühler Wind weht Aufbruch aus Nordwesten, treibt erste, zarte Farben vor sich her. Er spielt im Regen mit den welken Resten der Sommertage, denn sie sind nicht mehr.   Aus trübem Grau der Wolken fällt Bedrückung und rinnt in Tropfen still am Fensterglas. Gedanken suchen heimlich die Verzückung, die ich im Zauber warmer Nächte las.   Als Schwermut schweben…

Die Lücke

Schon lang habe ich meinem Schicksal verziehen, ich hab mich gefügt, hab den Streber gemacht. Es gab keinen Weg mehr, um weiter zu fliehen. saß weinend am Fenster so manch kalte Nacht.   Wer hat meine Sehnsüchte jemals verstanden? Die Träume erstickten in Realität. Es waren die Zwänge, die schließlich uns banden; die Zwangsjacke war aus Verpflichtung genäht.   Die…

Früher Tag

Träge steigt der Morgen aus dem Osten. Langsam fließt sein Licht ins dunkle Tal, wo die Wiesen kühles Taunass kosten, perlengleich, in Tropfen ohne Zahl.   Zögernd wächst der Tag in sein Ergrauen, Nebel hüllen rätselhaft den Bach. Schattensilhouetten in den Auen zeigen sich als Bäume nach und nach.   Schaurig ist die Szenerie ergeben einem klammen Schweigen überall und…

Zahn(ge)brechen

Dem Kai brach links ein Backenzahn, ein zweiter folgte bald. Fortan hieß es im Eifer des Gefechts, gekaut wird eben nur noch rechts. Zwei Jahre später, wie ein Fluch, entstand dort ein Ermüdungsbruch.   Nach Flüssignahrung und viel Brei, besiegte Frust die Angst, dass Kai dann doch zum Zahnarzt ging, der ihn mit dem Befund empfing: „Die Lösung für den…

Rückschau

Erinnerungen bergen bange Fragen, die eine Schuld im trüben Gestern stellt, und in verborgenen Gedanken gellt, als Tinnitus aus abgelebten Tagen.   Doch zeitigt eine Rückschau nicht nur Klagen, auch Echo, das aus guten Stunden quellt, entsprießt dem Hort der Memoirenwelt, wie Blumen, die aus trister Dürre ragen.   Das dunkle Gestern will mir Warnung sein, die alten Schwächen taugen,…

Der Morgen war tükis

Der Horizont im Osten war türkis, die Amseln haben viel zu laut gesungen als er sie früh am Morgen still verließ, sie waren in Gedanken noch umschlungen.   So seltsam schwerelos und tief bewegt war er in ihrem zarten Bann gefangen, ist aufgewühlt und seelenwund erregt in seine Einsamkeit zurück gegangen.   Dort fing die Wirklichkeit ihn grausam ein und…

Der Gang der Zeit

Als schwebe durch den Tag ein leises Bangen, so zieht die müde Luft an mir vorbei, in einem Hauch von Sommereinerlei und lauer Ahnungslosigkeit gefangen.   In welken Gräsern dürstet ein Verlangen, entflieht mit Wolken wie ein stummer Schrei, als ob der Sommer längst verloren sei, für den wir gestern noch die Lieder sangen.   Der Blick zurück reißt längst…

Juni

Auf regensattem Boden brütet erste Sommerluft. Verträumt im bunten Wiesenteppich taumeln Bienen, berauscht vom Überfluss, an dem sie sich bedienen. Die wilden Hecken baden im Holunderblütenduft. Beinahe im Zenit steht mittags nun das Tageslicht die Bäume tragen satte, dunkelgrüne Dächer, des kühlen Einkehrschattens schützende Gemächer sind Ort, der Gästen friedliche Beschaulichkeit verspricht. Die Nacht ist kurz und noch des frühen…

Schwüle

So feuchteschwer liegt träge Luft im Garten, kein Hauch in den Holunderzweigen. Ihr süßlich herber Duft liegt wie ein Schweigen auf dem in dumpfer Glut gelähmten Warten.   Und wie verloren legen sich die matten, in schwülen Dunst getauchten Mittagstunden aufs Gras, als hätten sie Verbleib gefunden in dem erfrischend kühlen Eschenschatten.   Beinahe unbemerkt erwächst ein Dunkeln, aus weißen…

Vertrauen

Befreiend wohl tut die Verlässlichkeit – erwachsen aus Erfahrung und Erleben, vermag sie Glauben an das Du zu geben und lebt und stirbt mit dessen Offenheit.   Mich hinzugeben bin ich dann bereit und mutig in vertrauten Arm zu schweben. Auf diesem tiefen Sicherheitsbestreben beruht die wahre Freundschaft alle Zeit.   Es ist, als ob die Seelen sich umschlingen, als…

Maienregen

Gedanken lösen sich aus den Gefühlen, verlieren sich in einem Maienregen, um sich im Grau der Wolken zu bewegen, am Nass der frischen Blätter abzukühlen.   Im Innern fängt Begehren an zu wühlen, ein Wunsch beginnt sich aufs Gemüt zu legen. Der kühle Morgenschauer scheint hingegen die warme Zuversicht hinweg zu spülen.   Es kann nicht jeder Lenzentag brillieren, nicht…

Vokalrätsel

Mit a, e-n-frei nützt es Tieren. Mit e kann’s Diebe arrestieren. Mit i ist’s, wonach Kinder gieren. Mit o kann drin was explodieren. Mit u kannst du’s mit Wurst servieren.   Was ist’s? Du musst den Text studieren. Find’s raus, nur nicht den Mut verlieren.

Blütenflocken

Ein Blütenblättchen, weiß wie Schnee, zog federleicht in Frühlingswinden, um eine Bleibe neu zu finden. Mit ihm flog still ein leises Weh.   Im warmen Sonnenhell davor, war es im Reigen seiner Schwestern noch Teil der Apfelblüte gestern, bis es heut früh den Halt verlor.   Die Brise trug es weit hinaus, durch Feld und Wiesen in den Weiher, auf…

Kanpp daneben

Das Schicksal, es ist manchmal hart und oft gehässig noch daneben, wenn es gerade jene narrt, die treu in gutem Glauben leben.   Erst neulich stand ich gut gelaunt und wartend vor dem Zebrastreifen, da hör ich plötzlich und erstaunt von gegenüber laut ein Pfeifen.   Die hübsche Blonde, die das war, sie winkte und schien herzuschauen. Sie meinte mich,…

Keine Angst vor Kassenschlangen

Supermärkte sind zwar wichtig, können aber nervig sein. Niemals mache ich es richtig, welche Kasse soll’s denn sein?   Dort, da warten nur drei Kunden, ja, das hab ich gut gewählt. Doch ich steh gefühlt zwei Stunden, weil ein Rentner Kleingeld zählt   Dann bleibt wieder alles liegen, was hat der denn jetzt verbockt. Er vergaß, das Obst zu wiegen,…

Eisgeburt

Steil, aus eisigkalten Meeresfluten, ragt die weiße Gletscherwand empor, die schon viele tausend Winter fror. Niemand sieht ihr schmelzendes Verbluten.   Nichts scheint ihre Wuchtigkeit zu stören. In der Luft jedoch liegt sonderbar Spannung, die schon früh zu fühlen war und ein leises Knistern ist zu hören.   Dann erwächst daraus ein lautes Krachen und der eisgeboren feste Boden bebt,…

Strom des Lebens

Das Leben fließt in seines Schicksals Bahnen, ist wie der Bach, im Anfang arglos, klein, doch sammelt er im Laufe Weisheit ein, beginnt die Wahrheit mehr und mehr zu ahnen.   Bald ist das Rinnsal dann zum Fluss gediehen, die Freude, alles Leid, das er enthält verschmelzen mit den Wassern dieser Welt im Ozean, wohin die Ströme ziehen.   Es…

Das Los

Bei einem Fest mit großem Rummel hab ich mir einst ein Los gekauft und nach dem Öffnen mit Gefummel mir wütend wild das Haar gerauft.   Nur „Niete“ konnte ich da lesen, der Kerl, der hat mich glatt bestohlen, mein Geld war futsch für nichts gewesen. Ich ging mir hundert neue holen.   Eins nach dem andern ward entrollt, ob…

Zweimal ich

Ich bin einsam und alleine, aber halt so könnt es gehn: Eh ich rumsitz und nur greine, werd ich einfach schizophren.   Und so hab ich mich gespalten, trennte mich in e und go, um das Leben auszuhalten ohne Nervenarzt und so.   In der Tat, ich hab gefunden, was ich suchte flehentlich: Bin in Freundschaft mir verbunden; wir sind…

Nackt

Mit frohem Mut und voller Lebenslust bin ich durch meinen Traum gegangen, so unbedarft und unbefangen, der Peinlichkeit der Blöße nicht bewusst.   Entsetzen hat mich plötzlich dann gepackt, als ich das Ungeschick erkannte, das tief ins Schamgefühl sich brannte: Ich war so gänzlich unbedeckt und nackt.   Erstaunen aber stimmte mich dann froh, weil keine Spötter mich belachten gar…

Lausige Zeiten

Die Laus im graumelierten Bart empfand das Leben elend hart. Ihr Wirt war Rocker und er fuhr mit dem Motorrad ständig nur.   „Da muss ich schleunigst etwas machen“, sprach Laus und packte ihre Sachen, verließ den Rocker-Mann bevor sie jämmerlich im Bart erfror.   Wo soll, wenn ich gegangen bin, ich arme Laus denn jetzt bloß hin? Sie dacht…

Ameisenschicksal

Wer reist begibt sich in Gefahr, wie es im Folgenden auch war: Wozu auch muss die kleine Emse nach London fahren an die Themse?   Sie geht gemütlich, ohne Hast, schnurstracks zum Buckingham-Palast. Die Queen, weils Tierchen ungebeten, ist, not amused, darauf getreten.

Alohol

Alohol Zu reiten wie auf einer Woge, zu kreisen wie im Karussell, gelingt mit dieser Alltagsdroge, dem Alkohol oft viel zu schnell.   Kaum einer, der ihn nicht gern nähme, von Zeit zu Zeit, von Tag zu Tag. Auch mir liegt fern, dass ich mich schäme, weil ich ein gutes Tröpfchen mag.   Die alten Römer und die Griechen, sie…

War das Leben?

Wie hat das Leben mich hinweg getragen, wie viele Wünsche, die in mir erwachten?! Was Schicksal und die Zeit aus ihnen machten, sind letztlich nur Enttäuschung und Verzagen.   Beharrlich musste ich das Neue wagen, und stet nach unverbrauchten Zielen trachten, die mich Erhofftem doch nie näher brachten. Es blieben Wehmut und die vielen Fragen.   Ich bin im Zweifel:…

Eine besondere Begegnung

Es muss wohl Mitte der 1960er Jahre gewesen sein, als ich eine Begegnung hatte, die so tief in der Seele gewirkt haben muss, dass sie mich ein ganzes Leben begleiten konnte, obschon  sie nur wenige Sekunden gedauert und am Lauf meines Lebens nichts verändert hat. Wir waren damals fünfzehn- oder sechzehnjährige Halbwüchsige, mein Freund Joachim und ich, und voller Tatendrang,…

Einsam steht der Wald

So einsam steht der Wald und stumm verträumt, wenn diese kalten Tage durch ihn wehen, die Buchen kahl und ohne Regung stehen, von erstem Reif der Frostnacht hell umsäumt.   Gespenstisch ist das Schweigen  und so leer, wie aus der Regungslosigkeit geboren, als hätte sich das Leben fahl verloren in bleichen Nebelschleiern ringsumher.   Die Einsamkeit, sie lastet weit und…

Blattgold

Als ob das Blatt sich stumm entschlossen hätte, nun loszulassen in den Tod – in graziöser Pirouette sinkt es herab im Abendrot.   Als ob es pures Gold geregnet hätte, erglänzt das Blatt noch einmal hell und landet sacht auf letzter Stätte, ganz zwanglos, beinah rituell.   Als ob der Frost es schon erwartet hätte, schickt er den ersten Reif…

Im Herbst der Zweisamkeit

Ich hab es stumm in mich hinein geschrien, es hallte wider, wollte nie verklingen und niemals habe ich es mir verziehen, so viele Jahre auch bislang vergingen.   Es hatte sich ein Herbst ins Wir geschlichen, versteckt in tristen Oberflächlichkeiten. Verlangen war der Apathie gewichen. Latent erloschen uns die alten Zeiten.   Warum nur haben wir so lang geschwiegen? Als…

Die Birke am Weiher

Als Todessehnsucht quillt aus gelbem Blatt die Müdigkeit der abgelebten Tage. Wie täuschend fern ist nun das junge Blühen, das sich aus Knospen einst verraten hat. Im kalten Wind fließt unsichtbar die Frage nach Einkehr und Erlösung aus den Mühen.   Die Birke, eingehüllt in fahles Grau, trägt ihr Geschick als feuchten Nebelschleier und will sich schon dem langen Schlaf…

Es herbstet

Der Ahornbaum scheint langsam zu ergrauen, wenn bitterkühle Nächte ihn verfärben, die Blätter still in warmem Buntsein sterben und Erste sich den Winden anvertrauen.   Wenn graue Schwaden in den Feldern brauen, ist  Abschied zu erahnen mit den herben Gerüchen von Vergehen und Verderben, die wie erfroren aus dem Dunkel tauen.   Nun eilt das Licht, die Trübung aufzuzehren, und…

Frühdunst

Ein grauer Dunst verbirgt das klamme Grauen. Im fahlen Licht ragt kahl der Apfelbaum, erstarrt  und stumm in einem trüben Traum, als wäre er aus schwarzem Stein gehauen.   Ganz fest umschlossen von den Krähenkrallen ist das bizarr geschwungene Geäst. So heiser, dass es bang erschauern lässt, hört man der Raben Krähen grell erschallen.     Bis dann die Vogelkehlen…

Dein Leuchten

Wie leer warst du, mein Herz, und abgekühlt, wie stumm hab ich dich durch die Welt getragen, als hätte nichts in meiner Brust geschlagen – als hätte ich dort nie etwas gefühlt.   Nun hat dein Dasein mich ans Licht gespült, wo heiße Schauer durch die Seele jagen. Ein Leuchten wärmt, auch an den trübsten Tagen, wenn deine Gegenwart im…

Zeitschleier

Da draußen klebt ein Tag – er kann nicht glühen und der Wind krieselt am Zaun. Ist dieses Straßenrauschen ein Gesang, oder der Tinnitus der Stunde, die niemals enden will? Ödselig ist das Wachen ohne Licht, wenn nur Vergangenes noch vor mir liegt und mir die Zeitlupenhände meiner Träume reicht.

Der Blick zurück

Ich fühle Bangen und ein Sehnen, wenn alte Bilder wiederkehren von schon gelebten Stunden. Besorgt der Blick nach vorn und voll Verlangen der zurück, in einst durchkostete Glückseligkeit. Es sagt das Leben mir: Es gibt nur eine Richtung auf dem Weg. Jedoch in dem was war, da wähn ich meine Seele.

Einen Moment Frieden

Als zöge Trauer mit den Wolken in eine ferne Zeit hinein, so weht ein Zweifeln mit dem Wind und stumme Klage lodert durch die Nacht, in einem Stück Unendlichkeit gefangen. Komm, sag mir, wo das alles endet, denn einen Anfang habe ich noch nicht gefunden. Sind Anfang und das Ende eins? Lass mich den müdgefragten Kopf an deine Schulter legen…

Die Unsichtbare

Sie steht am Fenster zum Leben. Da ist ein Hauch von Poesie in Lauten der Straße, die ins Abendwerden sinkt, um bunt und schrill zu leuchten, der Dunkelheit zum Trotze – wieder und immer wieder.   Ein Schritt hinaus und sie ist unsichtbar, verschlungen von der Anonymität. Und die Verlorenheit, sie haftet an den Kleidern, wie unter ihrem Kinositz der…

Atropa belladonna

Stolz und glänzend aus dem Unterholz traf mich rätselhaft ein Blick, wie aus tiefen, schwarzen Augen einer Frau von heißem Blut. Als ein Schatten in der Nacht sehe ich darin Atropos lauern, um den Faden zu durchtrennen, der berauschtes Dasein hält. Belladonna – du aparte Schönheit meines Waldes.

Spätsommerstimmung

Der Sommer riecht ein wenig angegoren, die Zeit trägt Holderschwarz und Mehltauweiß. Im Grün schwelt der Erschöpfung Todesschweiß, mit einer herben Modrigkeit verschworen.   Die Stunden wirken irgendwie verloren. Ist die Vergänglichkeit  der Reife Preis? Der neue Tag kommt heute seltsam leis, wie aus der Schwüle reifer Luft geboren.   Das Streben scheint mit Mattigkeit vertauscht, fast zärtlich in Melancholie…

Spätsommer

In drückend geisterhafter Totenstille entschweben Nebelkissen in den Morgen, als wäre stumm darin ein letzter Wille, der Sterbenshauch der Sommerzeit verborgen.   Das Leben riecht nach Abschied und Vergehen, ein Frösteln liegt im Tau der frühen Wiesen. Es ist, als hörte man die Zeit verwehen und ganz allmählich ins Vergessen fließen.   Da schwelt Melancholie, ein stilles Grämen, mit diesen…

Barrieren

  Wo Mauern oder Zäune Völker trennen,  hat Menschlichkeit nur selten Halt gemacht –  sei auch der Schlagbaum noch so gut bewacht –  weil die Gefühle keine Grenzen kennen.    Verlangen kann Barrieren überrennen,  es widersetzt sich Willkür und der Macht.  Die Eintracht bringt ein Licht in kalte Nacht,  wenn Menschenherzen füreinander brennen.    Der Frieden ist die stille Glücksvision, …

Weihergrab

Von Juliwärme wohlig mild umschmeichelt, in kühlen Lindenschatten eingetaucht, vom Duft der Gräserblüten angehaucht und zärtlich sanft vom lauen Wind gestreichelt,   saß eine junge Frau am Stamm des Baumes. Ihr blauer Rock, geblümt und seidenfein, bedeckte schmiegsam zart das junge Bein, so luftig, wie der Schimmer eines Traumes.   In ihren schmalen, trauerfeuchten Händen, verbarg sie das Gesicht, benetzt…

Ein Gedicht

Es waren nur Gedanken, die Unrast, alt und schwer, aus meiner Seele tranken; nun schmerzen sie nicht mehr.   Hab einen Weg gefunden, der mein Verlangen stillt: In Worte eingebunden, mal ich davon ein Bild.   Ein Klang aus bunten Tönen, der aus dem Innern bricht, kann mich mit mir versöhnen und zaubert ein Gedicht.

Großstadtgrün

Wie sie mächtig ragen, die Platanen, aus dem Großstadttreiben der Allee und sie schauen bis zum Stadtrandsee, über Häuserschluchten, Autobahnen.   Wie sie atmen, diese grünen Lungen, in Erhabenheit gelassen, stumm, Hauch von Biosphärenfluidum, heilsam und von Lebenskraft durchdrungen.   Mitten in Asphalt, Fassaden, Mauern kann die Unverbrauchtheit nebenbei in betonsterilem Einerlei scheinbar wie belanglos überdauern.   Sattes Grün küsst…

Zeitstaub

Erinnerung kühlt heute dein Verlangen, Gedanken an die grandiosen Tage. Es blieb nur ein Warum als wirre Frage, ein letzter Kuss auf ihre zarten Wangen.   Sie ist aus deinem Dasein stumm gegangen, ließ einsam dich zurück mit deiner Klage. Ihr Bild, wenngleich verschwommen und schon vage, nimmt dich auch jetzt, wie eh und je, gefangen.   Doch legt sich…

Verlorenes Gestern

Die Welt, sie ist so hell und liebenswürdig; es ist ihr Unverbrauchtsein, das ich mag und nichts ist dieser Schöpfung ebenbürtig. Ich frag mich, war denn gestern auch ein Tag?   Lasst mich den Baum, das Wiesengras erkunden, denn hinter mir ist alles trüb und leer. Ich glaub, ich hab das Leben neu erfunden, was vorher war, das weiß ich…

Der Fluch des Ungewissen

Der Wind trägt alten Staub und Langeweile durch öde Straßen in die leeren Tage. Zurück bleibt eine ungestellte Frage, die ich mit all den Furchtbeseelten teile.   In einer abgelebten Häuserzeile verhallt im Nirgendwo die stumme Klage, die ich ins Jetzt hinein zu schweigen wage, mit der ich die versteckten Wunden heile.   Ich schau zurück, kann nur Verwehtes sehen,…

Waldfrieden

Als wollte ich aus dem Gedröhn entfliehen, ging ich mit hastig raschem Schritt bergan, ins Grüne, wo Beschaulichkeit begann, wo Gleichmut und Gelassenheit gediehen.   Mit einem Mal, da konnte ich es spüren, ich war von Ruhelosigkeit befreit durch meine Adern floss Besinnlichkeit und Harmonie begann, mich anzurühren.   Der Tannenschatten schien mich zu umarmen, ein zartes Rauschen ging durchs…

Eine Stadt geht schlafen

Im  scharfen Hektiktakt pulsiert das Leben, in  Großstadtlärm und dessen Duft getaucht, der dunstig fahl in graue Himmel raucht, um in die Unverbrauchtheit aufzustreben.   Die Anonymität, sie scheint zu schweben, als Einsamkeit auf den Asphalt gehaucht. Die Menschlichkeit riecht irgendwie verbraucht. Der Bruder fern und doch so dicht daneben.   Steril, mit Smoggewölbe überdacht, begibt die Metropole sich zur…

Duftträume

Lange hatte ich ihn nicht gerochen, diesen würzig herben Juniduft, blumig schwebend in der Flimmerluft erster, gleißend heißer Sommerwochen.   Längst schon war mir der Genuss verloren, das Bukett von sonnenwarmem Heu. Alte Wonnen, sie entstanden neu, mit dem Gräserwohlgeruch verschworen.   Langsam hat der Hauch mich mitgenommen in die weit entfernte Jugendzeit. Glücksmomente der Vergessenheit sind ganz still ins…

Irgendwie verloren

In Verzagtheit nahezu verloren geh ich durch die Straßen dieser Stadt, die mir ein Verweil gegeben hat. Ungewissheit schwitzt aus allen Poren.   Hinter mir der Krieg, die Diktatoren, eine Flucht aus Elend und Verrat und die Scham, als ich um Hilfe bat. Stolz und Großmut sind darin erfroren.   Was macht manche Menschen so verschlossen? Alles ist so unvertraut…

Dämmerung

Im Dämmerlicht der Abendstunden hab ich den Wind im Laub belauscht, mich am Holunderduft berauscht und so Beschaulichkeit gefunden.   Ein leiser Schmerz schien mich zu rühren. Mit jedem tiefen Atemzug, der diesen Hauch der Blüten trug, war die Melancholie zu spüren.   Ich sah den Junitag erblinden, war seltsam frei und scheinbar jung und konnte  in Erinnerung beglückt den…

Sommeridylle

Aus dem Wald herüber klingt es leise, wie Musik von edlen Flötentönen, die mit Lerchentrillern sich versöhnen zu geheimnisvoller Märchenweise.   Gleißend weiße Wolkenflocken schweben in den gläsern reinen Junilüften, die mit ersten, herben Sommerdüften sich im Silbersonnenglanz verweben.   Und in diesen friedenvollen Stunden, wenn verträumt Gedanken Gleichmut trinken, hat die Seele im darin Versinken bald schon ihr Elysium…

Ruhetrost

Wie hab ich Leben einstmals eingesogen, vom Hitzedurst der Jugend übermannt, von seiner Fülle gänzlich überrannt und in den Bann von Wunsch und Traum gezogen.   Wie hat mich Wirklichkeit dabei belogen! Ihr Echtgesicht, es war mir unbekannt und niemand hatte je den Preis genannt. So war ich letztlich um mein Ziel betrogen.   Nun fand ich Trost im Frieden…

Stillsamkeit

Es ist im Kopf ein sämig schweres Schweigen die Schritte werden lahm im Paniktraum und Einsamkeit füllt gnadenlos den Raum, in den sich deine Nöte matt versteigen.   Wie Finger, die auf wunde Seele zeigen, schwelt Klage, doch du spürst sie kaum. Das Leben steht im Abendrot als Baum, beinah erstickt in blätterlosen Zweigen.   Verlorensein folgt ängstlichem Verzagen. Da…

Der erste Kuss

Durch unsere Wälder, auf schattigen Wegen, da gingen wir oft und so gern Hand in Hand. Die Seelen, die still jener Zauber verband, ganz innig verschlungen in tiefem Erregen. Es war eines Abends im Mai unter Tannen, wir tranken den ersten verzauberten Kuss, versanken in Zärtlichkeit –  welcher Genuss! – als unsere sonnigsten Tage begannen. So oft sind wir noch…

Märzenregen

Der Märzenregen fällt auf Ackerschollen und dort, im See, in Pfützen auf dem Eis. Er frisst am Schattenrain das letzte Weiß, da wo schon erste Gräser grünen wollen.   Der Bach beginnt den Wiesengrund zu fluten, noch stehen dort die Apfelbäume kahl. Ganz langsam sieht man still hinab ins Tal den Winter aus der kalten Zeit verbluten.   Der Abend…

Geduld

Es ist die Starre, die dort in den Zweigen klebt und doch schwelt eine Ahnung durch den Morgen, dass etwas in der klammen Kälte lebt, in Hoffnung eingewoben und verborgen.   Ich sah es oft und dennoch blieb es fremd: Das matte Gelb der Gräser in den Wiesen, erschien wie Flehen aus dem Totenhemd, wo milde Tage Lücken hinterließen.  …

Bald

Des Winters Atem zieht mit kalten Winden durch eine stille und erstarrte Welt, in der das Leben scheinbar innehält. Und wieder will der Tag so früh erblinden.   Wo sind die Felder, Äcker und die Wiesen? Ihr Blühen und ihr Grünen, das ich such, es ist bedeckt mit weißem Leichentuch, das klamme Wolken aus dem Himmel ließen.   Das Darben…

Was kommt?

  Ein grauer Tag, der Himmel schweigt, die Zeit, sie scheint zu stehen, in trübe Leere stumm verzweigt, wie nutzlos zu verwehen.   Das Leben schleppt sich zäh dahin, in Mattigkeit gefangen, als wär es ohne Ziel und Sinn, mit Überdruss verhangen.   Ein dünner Luftzug regt das Laub, es flattert wie verloren, bricht ab, sinkt in den Straßenstaub, der…

Dein Liebreiz

Wie leer war doch mein Leben noch vor Tagen, wie farblos meine blütenarme Welt, zu monotonem Einerlei entstellt, mit Sehnen angefüllt und mit Entsagen.   Du bist die Antwort auf so viele Fragen, bist wie ein Licht, das in die Ödnis fällt und hast das Dasein mir so bunt erhellt, so dass dein Fluidum und Glanz mich tragen.   Nun…

Berührt

Ein Blatt des Eschenbaumes, windgeschaukelt, strich sanft mir übers sonnenmüde Haupt. Zu gern hätt ich an deine Hand geglaubt, doch hat das Laub mir dies nur vorgegaukelt,   In seiner Fiederblätter kühlem Schatten hab ich so manchen Tag an dich gedacht, hat mir dein Bild die Sehnsucht neu entfacht, nach Innigkeit, die deine Küsse hatten.   Es war, als ob…

Die Entschuldigung

Die Entschuldigung   Manchmal sinken die Gedanken hinab in eine Fremde, als strebten sie nach einer anderen Dimension. Oft begegnen mir auf dieser Reise Erinnerungen aus der Kindheit und  verklären mein Empfinden hinein in eine geheimnisvolle Atmosphäre gläsern fragiler Geborgenheit. Doch sind es nicht nur Visionen vergangener Freuden und Wohlgefühle, sondern auch Denkwürdigkeiten des Lernens und Verstehens aus dieser unbeschwerten…

Der Einsiedlerkrebs

    Der Einsiedlerkrebs     Die Geschichte, die im Folgenden erzählt werden soll, ereignet sich am Rande der 1960er Aufbruchsjahre des vergangenen Jahrhunderts und erzählt von drei Jungen Menschen und deren Schicksalen. Im Mittelpunkt steht dabei der Lebensweg eines jungen Mannes, der über mehrere Weichen der Fügung immer wieder auf neue Bahnen gelenkt wird und zweimal in eine Katastrophe,…

Herbstmorgen

Die späte Nacht verliert sich in das Grau der undurchdringlich blinden Nebelschwaden, in denen klamm die frühen Stunden baden, auf schimmerndem, zu Reif erstarrtem Tau.   Gespenstisch unergründlich ist der Tag in trüben Schleiern rätselhaft verborgen und müde Finsternis sucht ihren Morgen im Sein, das wie entseelt im Schlummer lag.   Bis sacht ein erster Schein ins Dunkel dringt, gleich…

Reifes Leben

Verschwiegen zieht ein Hauch von Unbehagen wie etwas Rätselhaftes in den Winden. Beklemmung schleicht sich heimlich ins Empfinden, die Wolken fliehen aus den warmen Tagen.   Die Luft, von stummer Mattigkeit getragen, streicht durch das späte Laub betagter Linden. Ihr Grün begann zu Farben zu erblinden, als Nebel in den frühen Stunden lagen.   In stillem Stolz, mit Müdesein durchdrungen,…

Zeitgefühle

Ich sitze still und lausche in den Tag. Im Sommerwind vergehen meine Stunden mit rätselhaftem Fluidum verbunden ins Nachher, das so lang im Dunkeln lag.   Momente ziehen wesenlos vorbei, mit ihnen klanglos abgelebte Jahre. Vergessensein liebkost die grauen Haare, wie ein entrückter Hauch aus Einerlei.   Mir ist, als wehe Gleichmut mit der Zeit, als hätte es das Gestern…

Am Fluss

Im Eschenschatten träumt der Fluss und unter Trauerweiden zieht er  dahin, folgt einem Muss. Sein Wasserkleid glänzt seiden.   Die Zeit, sie strömt mit ihm hinab, durchs Tal, dem Meer entgegen. Das Glitzern, das die Sonne gab, schwebt auf ihm wie ein Segen.   Sein sanftes Plätschern fing mich ein, so blieb ich lauschend stehen und spürte alle Seelenpein im…

Einsam

Wie Blütenstaub auf stiller Wasserfläche, so schwimmt das Sehnen in den leeren Tagen, weil ich nicht deine Haut erspüren kann. Warum sind Liebesworte, die ich spreche in deinem Widerhall nur hohle Fragen und Phrasen, die der Wüstenwind ersann?   Wie ein Gewächs, verdorrt und ohne Blüte, so welkt mein Dasein unbeseelt ins Ende in einem trostlos fahlen Abendrot. So bleibst…

Verlorene Träume

Verloren schwebten die Gedanken, wie Ringe wallend weißen Rauchs, bis sie ins Nimmermehr versanken, im Dunste eines zarten Hauchs.   Es waren Wünsche und Verlangen, mit Hoffnung und mit Furcht vermengt, die im Vergessensein verklangen, ins Wehmutnirgendwo versprengt.   Doch  blieb die Zuversicht bestehen, ein winziges und zartes Licht. Es leuchtet still beim Weitergehen, selbst die Verzweiflung löscht es nicht.

Jahreszeiten

Wenn raue Winde schon den Sommer kühlen, wächst schmerzlich das Verlangen nach Behagen und tief im Innern reifen Lebensfragen, die still und stet in den Gedanken wühlen.   Es ist die Zeit, die läuft und ihre Mühlen zermahlen langsam Hoffnung in Verzagen, wenn sie an letzten, stillen Träumen nagen, bis diese schon den nahen Winter fühlen.   Doch folgen stets…

In Ketten deiner Anmut

Wie wunderbar sind diese Rosenranken, mit denen du mich dornenlos umgibst, wie unerbittlich lockend die Gedanken, die du mir sanft in meine Seele schriebst, so dass sie still dort bis zuunterst sanken.   In deiner Harmonie bin ich gefangen im Wohlgefühl, mit dem du mich umrankst. So unergründlich stark ist das Verlangen, das du mit schierer Zärtlichkeit mir dankst und…

Gefangen

Am Abend ist sie oft hinausgegangen, um sich vom Tag im Stillen zu befreien, ihm diese Qual der Öde zu verzeihen. Doch war sie seltsam in sich selbst gefangen   und konnte so zur Ruhe nie gelangen. Sie musste sich den Frieden mühsam leihen und war es leid, sich stetig zu kasteien, mit Fesselketten ihres Ichs behangen.   Denn selbst…

In Rätseln gefangen

Die Welt, sie ist gewaltig anzusehen. Ich schaue schweigend um mich, bin entzückt, von der Erhabenheit beinah erdrückt und fürchte stumm, sie könnte je vergehen.   Das Universum, wer kann jemals sagen, warum es ist, woher es einstmals kam, auch ob und wo es seinen Anfang nahm? Die Ungewissheit schwelt in tausend Fragen.   Doch der Verstand ist hilflos und…

Teddland- oder die Geschichte des Bruno

  Vor einiger Zeit gab es draußen auf dem Meer eine Insel. Sie lag mitten im wilden Ozean, umspült von mächtigen Wellen, die bei jedem Sturm ein kleines Stück der Insel wegspülten. Auf der Insel lebten damals die Teddybären und es gab eine große Zahl von ihnen. Große, kleine, gelbe, braune, also sehr viele verschiedene Teddys hatten dort ihre Heimat.…

Du bist gegangen

Wie Bilder an der Wand, die nicht mehr hängen, hat deine Gegenwart den Raum geprägt, der in den Träumen deinen Duft noch trägt – die Zeit will die Vision von dir verdrängen.   Mach ich die Augen zu, dann kann ich sehen, wie du mir Zärtlichkeit im Lächeln schenkst und ohne Worte hör ich was du denkst, kann deine zarte…

Unvergänglich

Wie viele Leben sind im Tod vergangen, auch aus Erinnerung dahingerafft? Dort wo die Ewigkeit am Himmel klafft sind sie in der Vergessenheit gefangen.   Auch der, den Einstige als Held besangen, verlor im Angedenken seine Kraft und er verblasste mählich schemenhaft, als seine Hymnen irgendwann verklangen.   Doch wird sich alles ewig wiederfinden, vergänglich sind nur Formen und Gestalten,…

Seelenheimat

So ängstlich bewahrst Du die Tage in zitternden Händen und kannst nicht verhindern, dass schon wieder einer vergeht. Gerade noch Tulpen, nun farbloser Schnee auf dem Beet. Wie trostreicher wäre es, wenn wir dies alles verständen.   Ist Abendrot ärmer als morgens das hellblaue Grauen und folgt denn nicht immer dem Dunkel ein blühendes Hell? Gedanken zum eigenen Ich sind…

Im Zug der Zeit

Es sind der Zukunft schattig dunkle Röhren, in die das Leben ohne Zögern taucht, um gierig nur ein Echo noch zu hören, bevor das Ist im Zug der Zeit verraucht.   Als wär nur schwarzes Nichts in diesem Stollen, das Leuchten in der Ferne öder Trug, Schimäre, Ausgeburt aus zähem Wollen und für den Seelenfrieden nicht genug.   So soll…

Januarmorgen

Ein gläsernes, beinahe schrilles Klirren liegt scharf und kaum vernehmbar im Geäst. Ein Eishauch, der zur Agonie erpresst, durchdringt die Luft mit seinem Kälteflirren.   Am frühen, rosaroten Himmel irren zwei Glitzerflocken aus dem Wolkenrest, bis sie die starre Luft zu Boden lässt. Es ist als hörte man ihr zartes Schwirren.   Wie gnadenlos und unerbittlich kalt in Diamentenschweigen eingefroren…

Wenn das Leben brach liegt

Es sind diese öden Gedanken, die bleiben, wenn einen das Leben so kalt überrollt, als hätte es nie etwas Gutes gewollt, und die Jahre danach ins Verloren-sein treiben.   Es wächst eine einsame, steinige Wüste, schier grenzenlos viel an Gefühlen liegt brach. Ersonnene Schuld wird zur bitteren Schmach, zum Grab für die Hoffnung und Labsal der Lüste.   Es bleiben…

Januarregen

Blattlos reckt der Fliederbusch die Zweige in den regengrauen Wintertag, der sich augenscheinlich selbst nicht mag; und ich schaue teilnahmslos hinaus und schweige.   Freudlos sucht mein Auge junges Leben, das an jedem Ast noch einst gedieh. Nun tropft aus dem Holz Melancholie. An den Hängen seh ich Schwermut schweben,   klamm in Nebelschwaden auf den Bäumen. Dieses Schweigen wie…

Alles wird gut

Ein Wintertag mit seinem Dämmerlicht, er spiegelt sich auf regennassen Straßen. Der Wald an meinem Berg, man sieht ihn nicht. Die Wolken, die ihn schon am Morgen fraßen, sie stahlen mir die altvertraute Sicht.   Wenn nun die Stunden nur Sekunden wären, ich könnte ihnen dann sogar verzeihen, dass sie nicht Schnee, noch Frost und Eis gebären und ihre Kälte…

Ein Schrei im Nebel

  Drei Frauen, sie standen im Nebel am See. Die Blicke im graufeuchten Schleier verloren, die Stimmen in nächtlicher Stille erfroren, so harrten sie barfuß im eisigen Schnee.   Vom Wasser her gellte ganz jählings ein Schrei, aus einer verzweifelten Kehle befreit, zerfetzte die düstere Lautlosigkeit. Gebannt im Entsetzen erstarrten die Drei.   Ihr langes und wallend fahlweißes Gewand verschwamm…