Kategorie: Jahreszeiten, Natur & Heimat

Oktober

Der Wind spielt mit den dunklen, alten Blättern, Libellen tanzen überm Gartenteich; sie schweben auf und ab so seidenweich, als wollten sie den Sonnenstrahl erklettern. Ein wenig Schwermut hängt in all den Bäumen, gar eine Spur von Müdigkeit dabei, zudem auch eine Brise Einerlei. Die Welt erscheint betagt und still zu träumen. Dem blauen Himmel fehlen seine Schwalben, ein Hauch…

Juni

Auf regensattem Boden brütet erste Sommerluft. Verträumt im bunten Wiesenteppich taumeln Bienen, berauscht vom Überfluss, an dem sie sich bedienen. Die wilden Hecken baden im Holunderblütenduft. Beinahe im Zenit steht mittags nun das Tageslicht die Bäume tragen satte, dunkelgrüne Dächer, des kühlen Einkehrschattens schützende Gemächer sind Ort, der Gästen friedliche Beschaulichkeit verspricht. Die Nacht ist kurz und noch des frühen…

Maienregen

Gedanken lösen sich aus den Gefühlen, verlieren sich in einem Maienregen, um sich im Grau der Wolken zu bewegen, am Nass der frischen Blätter abzukühlen.   Im Innern fängt Begehren an zu wühlen, ein Wunsch beginnt sich aufs Gemüt zu legen. Der kühle Morgenschauer scheint hingegen die warme Zuversicht hinweg zu spülen.   Es kann nicht jeder Lenzentag brillieren, nicht…

Blütenflocken

Ein Blütenblättchen, weiß wie Schnee, zog federleicht in Frühlingswinden, um eine Bleibe neu zu finden. Mit ihm flog still ein leises Weh.   Im warmen Sonnenhell davor, war es im Reigen seiner Schwestern noch Teil der Apfelblüte gestern, bis es heut früh den Halt verlor.   Die Brise trug es weit hinaus, durch Feld und Wiesen in den Weiher, auf…

Einsam steht der Wald

So einsam steht der Wald und stumm verträumt, wenn diese kalten Tage durch ihn wehen, die Buchen kahl und ohne Regung stehen, von erstem Reif der Frostnacht hell umsäumt.   Gespenstisch ist das Schweigen  und so leer, wie aus der Regungslosigkeit geboren, als hätte sich das Leben fahl verloren in bleichen Nebelschleiern ringsumher.   Die Einsamkeit, sie lastet weit und…

Blattgold

Als ob das Blatt sich stumm entschlossen hätte, nun loszulassen in den Tod – in graziöser Pirouette sinkt es herab im Abendrot.   Als ob es pures Gold geregnet hätte, erglänzt das Blatt noch einmal hell und landet sacht auf letzter Stätte, ganz zwanglos, beinah rituell.   Als ob der Frost es schon erwartet hätte, schickt er den ersten Reif…

Die Birke am Weiher

Als Todessehnsucht quillt aus gelbem Blatt die Müdigkeit der abgelebten Tage. Wie täuschend fern ist nun das junge Blühen, das sich aus Knospen einst verraten hat. Im kalten Wind fließt unsichtbar die Frage nach Einkehr und Erlösung aus den Mühen.   Die Birke, eingehüllt in fahles Grau, trägt ihr Geschick als feuchten Nebelschleier und will sich schon dem langen Schlaf…

Frühdunst

Ein grauer Dunst verbirgt das klamme Grauen. Im fahlen Licht ragt kahl der Apfelbaum, erstarrt  und stumm in einem trüben Traum, als wäre er aus schwarzem Stein gehauen.   Ganz fest umschlossen von den Krähenkrallen ist das bizarr geschwungene Geäst. So heiser, dass es bang erschauern lässt, hört man der Raben Krähen grell erschallen.     Bis dann die Vogelkehlen…

Spätsommerstimmung

Der Sommer riecht ein wenig angegoren, die Zeit trägt Holderschwarz und Mehltauweiß. Im Grün schwelt der Erschöpfung Todesschweiß, mit einer herben Modrigkeit verschworen.   Die Stunden wirken irgendwie verloren. Ist die Vergänglichkeit  der Reife Preis? Der neue Tag kommt heute seltsam leis, wie aus der Schwüle reifer Luft geboren.   Das Streben scheint mit Mattigkeit vertauscht, fast zärtlich in Melancholie…

Waldfrieden

Als wollte ich aus dem Gedröhn entfliehen, ging ich mit hastig raschem Schritt bergan, ins Grüne, wo Beschaulichkeit begann, wo Gleichmut und Gelassenheit gediehen.   Mit einem Mal, da konnte ich es spüren, ich war von Ruhelosigkeit befreit durch meine Adern floss Besinnlichkeit und Harmonie begann, mich anzurühren.   Der Tannenschatten schien mich zu umarmen, ein zartes Rauschen ging durchs…

Duftträume

Lange hatte ich ihn nicht gerochen, diesen würzig herben Juniduft, blumig schwebend in der Flimmerluft erster, gleißend heißer Sommerwochen.   Längst schon war mir der Genuss verloren, das Bukett von sonnenwarmem Heu. Alte Wonnen, sie entstanden neu, mit dem Gräserwohlgeruch verschworen.   Langsam hat der Hauch mich mitgenommen in die weit entfernte Jugendzeit. Glücksmomente der Vergessenheit sind ganz still ins…

Dämmerung

Im Dämmerlicht der Abendstunden hab ich den Wind im Laub belauscht, mich am Holunderduft berauscht und so Beschaulichkeit gefunden.   Ein leiser Schmerz schien mich zu rühren. Mit jedem tiefen Atemzug, der diesen Hauch der Blüten trug, war die Melancholie zu spüren.   Ich sah den Junitag erblinden, war seltsam frei und scheinbar jung und konnte  in Erinnerung beglückt den…

Sommeridylle

Aus dem Wald herüber klingt es leise, wie Musik von edlen Flötentönen, die mit Lerchentrillern sich versöhnen zu geheimnisvoller Märchenweise.   Gleißend weiße Wolkenflocken schweben in den gläsern reinen Junilüften, die mit ersten, herben Sommerdüften sich im Silbersonnenglanz verweben.   Und in diesen friedenvollen Stunden, wenn verträumt Gedanken Gleichmut trinken, hat die Seele im darin Versinken bald schon ihr Elysium…

Märzenregen

Der Märzenregen fällt auf Ackerschollen und dort, im See, in Pfützen auf dem Eis. Er frisst am Schattenrain das letzte Weiß, da wo schon erste Gräser grünen wollen.   Der Bach beginnt den Wiesengrund zu fluten, noch stehen dort die Apfelbäume kahl. Ganz langsam sieht man still hinab ins Tal den Winter aus der kalten Zeit verbluten.   Der Abend…

Geduld

Es ist die Starre, die dort in den Zweigen klebt und doch schwelt eine Ahnung durch den Morgen, dass etwas in der klammen Kälte lebt, in Hoffnung eingewoben und verborgen.   Ich sah es oft und dennoch blieb es fremd: Das matte Gelb der Gräser in den Wiesen, erschien wie Flehen aus dem Totenhemd, wo milde Tage Lücken hinterließen.  …

Bald

Des Winters Atem zieht mit kalten Winden durch eine stille und erstarrte Welt, in der das Leben scheinbar innehält. Und wieder will der Tag so früh erblinden.   Wo sind die Felder, Äcker und die Wiesen? Ihr Blühen und ihr Grünen, das ich such, es ist bedeckt mit weißem Leichentuch, das klamme Wolken aus dem Himmel ließen.   Das Darben…

Was kommt?

  Ein grauer Tag, der Himmel schweigt, die Zeit, sie scheint zu stehen, in trübe Leere stumm verzweigt, wie nutzlos zu verwehen.   Das Leben schleppt sich zäh dahin, in Mattigkeit gefangen, als wär es ohne Ziel und Sinn, mit Überdruss verhangen.   Ein dünner Luftzug regt das Laub, es flattert wie verloren, bricht ab, sinkt in den Straßenstaub, der…

Herbstmorgen

Die späte Nacht verliert sich in das Grau der undurchdringlich blinden Nebelschwaden, in denen klamm die frühen Stunden baden, auf schimmerndem, zu Reif erstarrtem Tau.   Gespenstisch unergründlich ist der Tag in trüben Schleiern rätselhaft verborgen und müde Finsternis sucht ihren Morgen im Sein, das wie entseelt im Schlummer lag.   Bis sacht ein erster Schein ins Dunkel dringt, gleich…

Reifes Leben

Verschwiegen zieht ein Hauch von Unbehagen wie etwas Rätselhaftes in den Winden. Beklemmung schleicht sich heimlich ins Empfinden, die Wolken fliehen aus den warmen Tagen.   Die Luft, von stummer Mattigkeit getragen, streicht durch das späte Laub betagter Linden. Ihr Grün begann zu Farben zu erblinden, als Nebel in den frühen Stunden lagen.   In stillem Stolz, mit Müdesein durchdrungen,…

Am Fluss

Im Eschenschatten träumt der Fluss und unter Trauerweiden zieht er  dahin, folgt einem Muss. Sein Wasserkleid glänzt seiden.   Die Zeit, sie strömt mit ihm hinab, durchs Tal, dem Meer entgegen. Das Glitzern, das die Sonne gab, schwebt auf ihm wie ein Segen.   Sein sanftes Plätschern fing mich ein, so blieb ich lauschend stehen und spürte alle Seelenpein im…

Januarmorgen

Ein gläsernes, beinahe schrilles Klirren liegt scharf und kaum vernehmbar im Geäst. Ein Eishauch, der zur Agonie erpresst, durchdringt die Luft mit seinem Kälteflirren.   Am frühen, rosaroten Himmel irren zwei Glitzerflocken aus dem Wolkenrest, bis sie die starre Luft zu Boden lässt. Es ist als hörte man ihr zartes Schwirren.   Wie gnadenlos und unerbittlich kalt in Diamentenschweigen eingefroren…

Januarregen

Blattlos reckt der Fliederbusch die Zweige in den regengrauen Wintertag, der sich augenscheinlich selbst nicht mag; und ich schaue teilnahmslos hinaus und schweige.   Freudlos sucht mein Auge junges Leben, das an jedem Ast noch einst gedieh. Nun tropft aus dem Holz Melancholie. An den Hängen seh ich Schwermut schweben,   klamm in Nebelschwaden auf den Bäumen. Dieses Schweigen wie…

Alles wird gut

Ein Wintertag mit seinem Dämmerlicht, er spiegelt sich auf regennassen Straßen. Der Wald an meinem Berg, man sieht ihn nicht. Die Wolken, die ihn schon am Morgen fraßen, sie stahlen mir die altvertraute Sicht.   Wenn nun die Stunden nur Sekunden wären, ich könnte ihnen dann sogar verzeihen, dass sie nicht Schnee, noch Frost und Eis gebären und ihre Kälte…

Stille, heilige Nacht

So seltsam still umfängt mich diese Zeit, scheint Einklang aus dem Seelengrund zu heben. Ein Frieden vollen Trost durchdringt das Leben, von nah bis in die Ferne, endlos weit.   Es sind das Glück, die Sorgenlosigkeit, die mich in diesen Stunden sacht umgeben und aus der Unschuld meiner Kindheit schweben. Ich bin mich hinzugeben neu bereit.   In dieser Nacht,…

Herbstmorgen

Der Mehltau Zeit liegt auf dem Laub, ein Glitzerreif auf Gräsern. Der Morgen dämmert kältetaub, doch klar und beinah gläsern.   Im Wald schwebt klamm ein Moderduft am Grund in morschen Zweigen. Wie pilzdurchwoben ruht die Luft in einem tiefen Schweigen.   Die Eicheln hängen reifeschwer in sommermüden Blättern. Ein Nebel müht sich, bleich und leer, vom Tal herauf zu…

Bereit

Ein Hauch von Abschied fliegt im Wind, ein wenig Sterben schon, und schwebt ganz seltsam seelenblind, wie Trauerorgelton im Strauch, wo schon die Beeren sind.   Er zupft und rüttelt sacht am Blatt und dieses zieht sodann, vom Sommer dunkelgrün und matt, die bunten Sachen an, des abgelebten Kleides satt.   Bald kommt der Tag und seine Zeit, das Lebewohl…

Sommernacht

Das Licht ist farbig hinterm Wald verschwunden, der warme Sommerwind hat sich gelegt und alles scheint so leblos unbewegt. Der Tag liegt müde in den späten Stunden.   Beklemmend stiehlt sich stumpf ein Dämmerschweigen den Hang hinab und in das Schattental, wie eine Müdigkeit, fast unreal. Es scheint der Finsternis den Weg zu zeigen.   Die Zeit läuft wie im…

Spätsommermorgen

Wo Tannen und der Himmel sich berühren keimt hell in kaltem Blau ein neuer Tag. Noch ist Beklommenheit der Nacht zu spüren und Schweigen, das im vagen Dunkel lag.   Wie klammer Fluch liegt Dunst im Dämmergrauen, und schwebt erbarmungslos am Wald entlang, als wollte Unheil sich zusammenbrauen aus Düsternis und deren Abgesang.   Was liegt in diesen Stunden stumm…

Der Sommer geht

Der Sommer geht mit sonnenlosen Winden, auf Eis und kaltem Ozean geboren; die ersten Blätter ziehen wie verloren ihm hinterher, ein Modergrab zu finden.   Mit langen Schattenschleppen stehen Linden am Bach beisammen, wirken wie verschworen. Das müde Jahr, es duftet angegoren, und immer früher will der Tag erblinden.   Die Nächte klamm und erste Nebel schwelen vom Weiherspiegel durch…

Spätsommerabend

Der kühle Atem eines Regentages streicht lustlos durch das dunkle Sommerlaub, verwischt vergangner Hitze Erntestaub. Für den Moment nur eines Augenschlages   schwebt unsichtbar in diesen Abenddüften ein stilles Streben nach Vollkommenheit. Das Ende warmer Obhut ist noch weit und doch liegt Reife in den klammen Lüften.   Schon will die Nacht die Szenerie verschlingen. Konturen werden langsam ungenau und…

Sandwüste

In Verlorenheit getaucht, Düne unter Flimmerlüften, Wildnis, still und unverbraucht, frei von Tönen und von Düften.   Trockenheißer Mittag brennt, Himmelgleißen ohne Gnade und die öde Weite kennt keine Wege, keine Pfade.   Doch auf dürrer Einsamkeit liegt ein Frieden ohnegleichen. Dasein, frei von Last und Zeit, wo dir Angst und Drangsal weichen.   Stammheim, 9. Januar 2015

Im Wald

Ein wohliges Versinken nimmt mich in seinen Schoß, als könnt ich Ruhe trinken mich weiten, uferlos.   Ein tiefes Schweigen zwischen Bäumen, in kühlen Tüchern balsamiert, das nur die blauen Himmel säumen und leis das Vogellied verziert.   Der Stille Nymphen, sie begleiten die Reise durch den Seelengrund, das wonnig durch Erlösung Schreiten, den Glanz im feuchten Augenrund.   Beinahe…

Lichthauch

Die Nacht trägt im Tal einen Elfenkleidschleier, mit Tauperlenband ist die Wiese geschmückt der Wald scheint im Dunkeln zusammengerückt, als lauschte er still einer sphärischen Leier.   Der Mond gießt sein Silberlicht über die Welten, umgeben von hauchdünnem Eiswolkenkranz erleuchtet er sacht der Naturwesen Tanz, zu dem sich die funkelnden Sterne gesellten.   Als spürte man Stille, als hörte man…

Mai

Ein warmer Windhauch spielt verträumt mit jungem Laub, treibt erste Schirmchen aus dem Gelb der Wiesen, die ihre Wiege auf dem Löwenzahn verließen. Die Luft trägt schwer am herben Duft nach Blütenstaub.   Den Mischwald krönt ein Siegerkranz aus zartem Grün, der Apfelbaum erstrahlt im Hochzeitskleide gewebt aus blütenweißer Unschuldsseide, auf der die heißen Maiensonnenstrahlen glühn.   Mit Blättertuch verhüllt…

Das Warnlicht

Dort oben stehst du auf dem Felsenthron, aus Glas, die Sonne spiegelnd, deine Spitze, ragst gleißend schneeweiß aus der Mittagshitze; die blaue Weite ist dein Wächterlohn.   In lauen Sommernächten streichelst du mit deinem Lichtstrahl dunkle Meeresflächen, du kannst im Leuchten mit der Ferne sprechen; der Mond schaut silbern deiner Arbeit zu.   Im Sturm stehst du mit Heldenmut allein,…

Dort oben

Aus strahlend hellem Sonnenlicht gegossen, gequollenes, wattiertes Unschuldsweiß, von deiner Nahrung Himmelsblau umschlossen, aus Wasser und Halonennebeleis,   so zieht dein kühler Schatten durch die Lüfte, im Schweben über allem, schwerelos durch Winters Frost und durch des Sommers Düfte mal Flöckchen, mal Gebirge riesengroß.   Erzähl im Gleiten vom Vergehn und Werden, von meiner Ahnungslosigkeit so tief; im Wandel deiner…

Schlummerwarten

  Es liegt ein Flüstern über all dem Weiß, in starren Zweigen schweben frostverschworen die klammen Nebel, aus dem Tal geboren. Sie bergen ein Geheimnis, bleich und leis.   Der Weiher schlummert gläsern unterm Eis. Am Bach die Weiden stehen fast verloren, wie eisig in der Einsamkeit erfroren, doch lebt in ihren Ruten ein Geheiß.   Im rosaroten Dämmern sinkt…

Maiwiesen

  Mein liebster Weg, inmitten weiter Wiesen, gesäumt von einem schmückenden Erblühn, scheint in den Sommerfarben zu zerfließen, ertrinkt beinah im satten Gräsergrün.   Da ist um mich ein Summen und ein Treiben, als wär des Winters Kälte nie geschehn. Ach, könnte es nur alle Zeit so bleiben und möge dieser Mai niemals vergehn.   Ich spür Zufriedenheit mich still…

Erwachen

  Wie Glanz, so liegt ein Werden dort im Tal, ein rätselhaftes, unsichtbares Drängen, am Bach im Wiesengrund und an den Hängen, ein Wollen, das sich aus der Wärme stahl.   Es strömt mit einem Glitzersonnenstrahl, begleitet von den ersten Amselklängen der Tag herein, befreit von kalten Zwängen, benetzt  von kühler Nacht und nebelfahl.   Und wie ein seufzend tiefer…

Nebel im Buchenhag

Vor meinem Fenster flimmerte der Tag in seinem grellen Sonnensternenleuchten. Es waren Stunden, so wie ich sie mag, bevor die Krähen laut den Herbst verscheuchten. Nun liegen Nebel auf dem Buchenhag.   Mein Sommerlachen im Gesicht erfror zu einer Totenmaske ohne Farben, als diese Welt ihr Lebensgrün verlor und meine Träume unterm Reif erstarben, als Zuversicht zu kalter Furcht vergor.…

Vollmond

Vollmond legt sein silbrig blaues Licht ins Geäst der schütterkahlen Eichen, nicht ein Laut, der in die Stille bricht, kann die Einsamkeit der Nacht erreichen.   Wie ein Zauber liegt das blasse Hell in den Mulden dunstig grauer Auen und ergießt sich langsam wie ein Quell talwärts, wo sich Nacht und Schwärze stauen.   Wie ein Trost aus der Unendlichkeit…

Die schottischen Highlands

Als läge ein Mysterium darinnen, erhebt sich Schottlands Hochland wild vermessen und in der Weite rätselhaft vergessen. Die Einsamkeit, sie scheint hier zu beginnen.   Aus seinen Hügeln seh ich sie zerinnen, die Wolken, wenn sie kahle Matten nässen und fließend Täler in die Berge fressen, dabei auf Heimkehr zum Atlantik sinnen.   In dunklen Seen bleibt ein Wunsch gefangen,…

Am Morgen

In dunstigen Schwaden, so atmen die Tannen die Kühle vergangener Nacht in den Tag. Die Umrisse, die schon der Schwärze entrannen, gebären, was grad noch im Finsteren lag.   Die Luft, sie steht über den taunassen Wiesen, sie ist wie verwunschen im Schlafe erstarrt. Die Stille scheint sacht aus den Schatten zu fließen, gemächlich, und bis sie im Dämmern verharrt.…

Bass Rock

Gewidmet dem Felsen der Basstölpel in Schottland   Gewaltig ragt der Fels aus grauen Fluten, umkränzt von seines Meeres Wellenschaum. Ich seh vom Strand am fernen Küstensaum an seinem Riff der Wogen Wut verbluten.   Der Stein, so fest, als wollt er nie vergehen, trotzt Brandung, wilden Stürmen und der Zeit, als wär er von der Wirklichkeit befreit, als würde…

Im Wald

Ein Rascheln geht im mürben, alten Laub, im Takt der Schritte auf dem Schattenwege, gesäumt von Buchen, Eichen und den Tannen, zu deren Füßen ich mein Fühlen lege. Die Luft ist wie erfüllt vom Feenstaub aus Märchen, die an diesem Ort begannen.   In Strahlen dringt das Licht in dieses Reich, es sticht ins Dämmergrau mit Glitzernadeln. Wie stark die…

Wärme

Wie liebe ich die wohlig traute Wärme, des Schattens Labsal unter dichtem Laub, den Heuduft, den Getreideerntestaub, des lauen Abends Tanz der Mückenschwarme.   Kein Ofenplatz, kein Feuer hat die Tiefe, wie sie des Sommers Sonnenglut gebiert, die selbst in lauer Nacht sich nicht verliert, als ob darin die Kraft des Daseins schliefe.   Wie liebe ich Geborgenheit zu spüren…

Regen-Tief

Die Augen zu,  beginne ich bewegt zu lauschen. Ein leises Klopfen, das die Stille bricht, schwillt stetig an zu einem monotonen Rauschen, gezeugt von einer Regentropfenschar, von der ein jeder kleine Glitzerwicht gerade noch im Wolkenhimmel war.   Wie kleine Tränen fallen sie auf Blatt und Erde und ich empfinde still Melancholie. Ich spüre, dass ich ohne Kummer traurig werde…

Herbstzeitlose

Ich hatte späten Sommer im Gemüt und sah ein Violett in feuchten Gräsern, ein zartes Rosa, schimmernd, seltsam gläsern, am Waldrand, wo die Herbstzeitlose blüht.   Auf meinen Stunden lag ein weißer Hauch, der Mehltau jener ausgereiften Tage. Als kalter Nebel schwebte eine Klage im alten Leben wie geweihter Rauch.   Doch färbte eine warme Farbenpracht mir jenen  greisen Abend…

Vergänglichkeit

Wie Schwermut ruht der Sommer in den Auen im wolkengrauen, blassen Dämmerlicht. Fast schwarz erscheint das sonnenmüde Laub, auf alten Blättern liegt ein fahler Staub. Es ist die Zeit und sie bewegt sich nicht, als schlummre sie in göttlichem Vertrauen.   In diesen Tagen schwebt ein sanftes Schweigen, da ist ein feierabendlicher Duft, vermischt mit Stolz und mit Zufriedenheit, als…

Junger Sommer

Mit den ersten Sommerwinden kommt der Holderduft entlang, mischt sich sacht mit dem der Linden und dem Amselliederklang.   Espenblätter, die sich regen, zittern in den lauen Tag, neuer Sonnenglut entgegen, die der Mittag bringen mag.   In der Wärme sanft geborgen, ist ein Werden überall und der Glanz in diesem Morgen seines Friedens Widerhall.   Heute möcht ich einfach…

Urbaner Abend

Ein heißer Tag verliert sich an den Wänden der Häuserschluchten einer großen Stadt, verschenkt sein Glühen aus den feuchten Händen an die Fassaden, grau und seltsam matt.   Der Großstadtlärm hat fühlbar zugenommen, die Feierabendhektik macht sich breit und hat ein Tagesmaximum erklommen. Das Leben tobt, hat scheinbar keine Zeit.   Ein schlechter Atem zieht durch müde Straßen, die Parkplatane…

Meine Freundin, die Glocke

Mit einem Ostwind kam er hergezogen und einem letzten kühlen Junihauch, der Glockenklang, er ist vorbeigeflogen, berührte magisch jeden Baum und Strauch.   Drei Jahre war ich, habe zugesehen, als man die Glocke in den Kirchturm zog und konnte staunend damals nicht verstehen, wie viele Leben sie und Tode wog.   So oft rief sie an späten Nachmittagen mich heimzugehn…

Spät da draußen

Der Sommerabendhimmel, rot beleuchtet, ein Heuduft in den Matten, jüngst gemäht, die schwere Luft gewitterschwül befeuchtet, verlor ich mich weit draußen noch so spät.   Durchtränkt von tiefer Stille sank ich nieder. Voll Frieden klang er aus, der welke Tag, wie seine unhörbaren Abendlieder, in denen meine Seele schwelgend lag.   Das Schweigen floss hinunter in die Auen, mit Dämmerung…

Erste Heimkehr

Vor Jahren, als ich einsam in Gedanken auf einer Düne stand am Ozean und auf das unruhig graue Wasser schaute, geschah, dass ich den Augen kaum noch traute. Ich war mit einem Male magisch angetan von einem Glück, das meine Sinne tranken.   So fern und an der Grenze meines Sehens, wo still das Meer sich mit dem Himmel eint,…

Bald

Ein inneres Zerwühlen, es durchschwebt das Nacktsein im Geäst der alten Birken, die seelenlos und dennoch atmend wirken. Es ist ein Hoffen, das in ihnen lebt.   So seltsam still gefangen hinter Glas erscheint das Warten auf ein Wiederkehren. Wie lang noch lässt der Anfang sich verwehren? Da war ein Knistern, das ich lauschend las,   ein seidenweicher Glanz, den…

Anemone nemorosa

Der Tag sinkt seinem Dämmern zu und in das Rot der letzten Wärme. Im zarten Licht der Abendruh verweht der Tanz der Mückenschwärme.   In stiller Andacht steht der Baum geheimnisvoll gehüllt in Schweigen, als greife er den Weltenraum mit seinen blätterlosen Zweigen.   In jener nebelkühlen Nacht ist aus dem Moderblättergrunde ein Buschwindröschen still erwacht, noch vor dem Reif…

Ein Flüstern

Vom Dorf den Hang hinauf tönt dreistes Lärmen, jedoch es kann den frühen Drang nicht stören; auch nicht das glimmersanfte sich Erwärmen. Die Nähe schweigt, man kann das Werden hören.   Vom Berg herab ergießt sich still ein Frieden. Ein Flüstern, das Erwachen prophezeit, von unsichtbaren Kräften ausgeschieden, die aus den Gründen steigen weit und breit.   Ein Schauer, er…

An die Sonne

Ehrfurcht vor dem Spender allen Lebens, spüre ich im Leuchten, grell und fern, neige demutsvoll das Haupt dem Stern, dankbar für die Fülle seines Gebens.   Nachts in abgewandten Schattenstunden bleibe ich vor Finsternis verschont, denn im Licht des blinden Spiegels Mond hab ich oft am Himmel Trost gefunden.   Ungezählt sind alle die Äonen, seit dein ungezähmtes Feuer brennt,…

Schwarzwald

Ein Echo tief im Nadelwald, das durch die Tannenstämme hallt, erzählt die alten Sagen vom Leben einer andern Zeit, versunken in Vergessenheit, aus friedenvollen Tagen.   Geheimnisvoll durchdringt der Klang wie ein verwunschner Elfensang das Schattenreich der Bäume. Als zarter Hauch durchströmt die Luft der harzig moderfeuchte Duft dereinst durchlebter Träume.   Mit Wehmut sickert ins Gemüt ein alter Wunsch…

Entfachtes Leben

Der Reif, im Schattenrand gefangen, ist mit dem Morgenlicht vergangen, die Schlehen blühn im Gäu. Wie unschuldsweiße Heckenbänder erstrahlen ihre Blühgewänder, ein jedes Jahr aufs Neu.   Man ahnt das Grün in Buchenzweigen, aus Knospen, die nicht länger schweigen, man spürt den frischen Duft und allenthalben neues Quellen, im Drang dem Aufbruch sich zu stellen, dem Schwingen in der Luft.…

Frühe Stadt

Ein kaltes Blau will schon die Nacht verdrängen. In matter Dämmerung entsteht der Tag und nimmt ganz sacht das Dunkel in Beschlag, versucht sich ins Laternenhell zu zwängen. Noch kämpft die Stille der verglühten Nacht mit einem ersten Lärmen, das erwacht, an Häusern widerhallt mit hohlen Klängen.   Noch einmal seufzt die Stadt durch ihre Straßen und atmet Frischgebacknes in…

Der Alte Bauerngarten

In stillen Stunden, da versinke ich, da nehmen die Erinnerungen mich nach Haus in alte Sonnenzeiten. Es sind Gedanken nur, jedoch ich weiß, sie sind ein Freudenquell, wenn sie mich leis in meine Knabenwelt zurückbegleiten.   Und immer wieder find ich mich dabei so unbefangen und so sorgenfrei im alten Bauerngarten wieder. Ich atme blütenstaubgetränkte Luft, vermengt mit dem Verlockungsduft…

Lebenskraft

Ganz sachte fällt das weiße Hochzeitskleid des Apfelbaumes in die Blumenwiese. Mir ist, als ob es junges Leben schneit, ein warmer Wind es sachte niederbliese.   Der Nektarrausch wallt immer noch im Blut, doch ruhevoll verliert sich das Verlangen. Es regt sich an den Zweigen schon die Brut, das Reifen, Werden, es hat angefangen.   Wo ist die Kraft, die…

Ende der Hundstage

Das Tageslicht ist spät heraufgestiegen, mit mattem Glanz liegt satter Tau im Gras nach kühler Nacht, die in den Sternen las: Die Kälte naht, wird irgendwann obsiegen.   Noch wärmt der Stern, doch sind sie Winde steifer, als bliesen sie die Grelle aus dem Licht. Der Schatten Länge spüren wir noch nicht. Wohin man schaut erscheint das Leben reifer.  …

Abgesang

Das Blätterdach ergraut in warmem Rot, ein Gelb der Sehnsucht liegt auf allem Leben. So klamm die Nebel, die im Morgen schweben, als wären sie entseelter Duft aus Tod.   Wie Angstschweiß einer vorbestimmten Not, des Taues Tropfen, die an Gräsern kleben, wie Perlenfäden an den Spinnenweben. Da schwelt ein Wissen, das die Welt bedroht.   Ein Lufthauch, vollgesogen mit…

Farbenspiel

Als hätte er die bunte Ruhe aus jenem Tal am Wald gesogen, so spannt sich hoch der Farbenbogen von seiner goldgefüllten Truhe,   geboren aus der Glut der Tage, gemalt auf schwarzer Wolkenwand, von gottgeführter Künstlerhand, ein Diadem, erlesen, vage,   bis Schein und Helligkeit verblassen und endlich in den Regenfluten Gestalt und Kolorit verbluten, sich ins Entfärben spülen lassen.…

Wintertag

Die Zeit fließt zehrend durch bereiftes Land, aus dessen Stille steigt ein leises Klirren, in dem die tiefen Strahlen sich verirren; sie zaubern Glanz ins kalte Weißgewand.   Es ist ein Warten, eine kalte Rast, kein Blühen, kein Gedeihen wird es geben. Im grellen Totenhemde schweigt das Leben; wie stummes Flehen ragt der kahle Ast.   Und jeder Tag verteilt…

Novembernacht

Die Finsternis, der Atem langer Nächte, haucht einen grauen Schleier in das Tal, als ob er schwebend das Erkennen brächte, das er dem Frost und seiner Kälte stahl.   Man hört nicht, wie bereifte Blätter fallen, geräuschlos geht das Sterben durch die Nacht, als fühlte man die Stille widerhallen und wie sie schweigend kalte Angst entfacht.   Verborgen das Wohin…

Die Katze Gala

Wie weit ging stets mein Schauen in die Welt, hinein in tausend ungelebte Träume, in Sorge, dass ich ach so viel versäume und dass mein Los den Weg ins Glück verstellt.   Die Katze Gala hat es mir gezeigt, sie hatte Freiheit, Nahrung, war zufrieden. Bin ich von dieser Gala so verschieden? Ich schau sie fragend an, jedoch sie  schweigt.…

Der Nordwind  

Der Nordwind rauscht und trägt die Hungerzeit hinein in ein erschöpftes Harren. Von ferne kräht das Hufescharren, des weißen Schlafes Gnadenlosigkeit. Und in Erschöpfung bleibt das Leben stehn, im grünen Treiben einzuhalten, erneut die Tatkraft zu entfalten. Der Nordwind rauscht, wird altes Laub verwehn.   Der Nordwind pfeift, sein weißer Schleier fliegt auf eiskristallnen Glitzerschwingen, in deren Auf und Ab…

Wetterleuchten

Erdrückend ist es, dieses schwüle Schweigen. Still dürstend steht das Grün bewegungslos, die Nacht liegt wie ein schwerer Atemstoß im welken Gras, im Baum und seinen Zweigen.   Kein Stern will sich am düstren Himmel zeigen, die Dunkelheit erscheint mir seltsam bloß; sie trägt Erwartung stumm in ihrem Schoß. Ich fühle Schwermut aus den Schatten steigen.   Ersehnte Botschaft ist…