Kategorie: Gereimte Gedichte

Geschenke

Geschenke sind ein manches Mal verblüffend überraschend, gelegentlich auch eine Qual, nach Dank und Anerkennung haschend.   Ist man des Zeugs, das man schon hat, an Festen überdrüssig, verleiht man gern das Prädikat: Nicht schön, doch dafür überflüssig.

Oktober

Der Wind spielt mit den dunklen, alten Blättern, Libellen tanzen überm Gartenteich; sie schweben auf und ab so seidenweich, als wollten sie den Sonnenstrahl erklettern. Ein wenig Schwermut hängt in all den Bäumen, gar eine Spur von Müdigkeit dabei, zudem auch eine Brise Einerlei. Die Welt erscheint betagt und still zu träumen. Dem blauen Himmel fehlen seine Schwalben, ein Hauch…

Zahn(ge)brechen

Dem Kai brach links ein Backenzahn, ein zweiter folgte bald. Fortan hieß es im Eifer des Gefechts, gekaut wird eben nur noch rechts. Zwei Jahre später, wie ein Fluch, entstand dort ein Ermüdungsbruch.   Nach Flüssignahrung und viel Brei, besiegte Frust die Angst, dass Kai dann doch zum Zahnarzt ging, der ihn mit dem Befund empfing: „Die Lösung für den…

Juni

Auf regensattem Boden brütet erste Sommerluft. Verträumt im bunten Wiesenteppich taumeln Bienen, berauscht vom Überfluss, an dem sie sich bedienen. Die wilden Hecken baden im Holunderblütenduft. Beinahe im Zenit steht mittags nun das Tageslicht die Bäume tragen satte, dunkelgrüne Dächer, des kühlen Einkehrschattens schützende Gemächer sind Ort, der Gästen friedliche Beschaulichkeit verspricht. Die Nacht ist kurz und noch des frühen…

Maienregen

Gedanken lösen sich aus den Gefühlen, verlieren sich in einem Maienregen, um sich im Grau der Wolken zu bewegen, am Nass der frischen Blätter abzukühlen.   Im Innern fängt Begehren an zu wühlen, ein Wunsch beginnt sich aufs Gemüt zu legen. Der kühle Morgenschauer scheint hingegen die warme Zuversicht hinweg zu spülen.   Es kann nicht jeder Lenzentag brillieren, nicht…

Vokalrätsel

Mit a, e-n-frei nützt es Tieren. Mit e kann’s Diebe arrestieren. Mit i ist’s, wonach Kinder gieren. Mit o kann drin was explodieren. Mit u kannst du’s mit Wurst servieren.   Was ist’s? Du musst den Text studieren. Find’s raus, nur nicht den Mut verlieren.

Blütenflocken

Ein Blütenblättchen, weiß wie Schnee, zog federleicht in Frühlingswinden, um eine Bleibe neu zu finden. Mit ihm flog still ein leises Weh.   Im warmen Sonnenhell davor, war es im Reigen seiner Schwestern noch Teil der Apfelblüte gestern, bis es heut früh den Halt verlor.   Die Brise trug es weit hinaus, durch Feld und Wiesen in den Weiher, auf…

Kanpp daneben

Das Schicksal, es ist manchmal hart und oft gehässig noch daneben, wenn es gerade jene narrt, die treu in gutem Glauben leben.   Erst neulich stand ich gut gelaunt und wartend vor dem Zebrastreifen, da hör ich plötzlich und erstaunt von gegenüber laut ein Pfeifen.   Die hübsche Blonde, die das war, sie winkte und schien herzuschauen. Sie meinte mich,…

Keine Angst vor Kassenschlangen

Supermärkte sind zwar wichtig, können aber nervig sein. Niemals mache ich es richtig, welche Kasse soll’s denn sein?   Dort, da warten nur drei Kunden, ja, das hab ich gut gewählt. Doch ich steh gefühlt zwei Stunden, weil ein Rentner Kleingeld zählt   Dann bleibt wieder alles liegen, was hat der denn jetzt verbockt. Er vergaß, das Obst zu wiegen,…

Das Los

Bei einem Fest mit großem Rummel hab ich mir einst ein Los gekauft und nach dem Öffnen mit Gefummel mir wütend wild das Haar gerauft.   Nur „Niete“ konnte ich da lesen, der Kerl, der hat mich glatt bestohlen, mein Geld war futsch für nichts gewesen. Ich ging mir hundert neue holen.   Eins nach dem andern ward entrollt, ob…

Zweimal ich

Ich bin einsam und alleine, aber halt so könnt es gehn: Eh ich rumsitz und nur greine, werd ich einfach schizophren.   Und so hab ich mich gespalten, trennte mich in e und go, um das Leben auszuhalten ohne Nervenarzt und so.   In der Tat, ich hab gefunden, was ich suchte flehentlich: Bin in Freundschaft mir verbunden; wir sind…

Nackt

Mit frohem Mut und voller Lebenslust bin ich durch meinen Traum gegangen, so unbedarft und unbefangen, der Peinlichkeit der Blöße nicht bewusst.   Entsetzen hat mich plötzlich dann gepackt, als ich das Ungeschick erkannte, das tief ins Schamgefühl sich brannte: Ich war so gänzlich unbedeckt und nackt.   Erstaunen aber stimmte mich dann froh, weil keine Spötter mich belachten gar…

Lausige Zeiten

Die Laus im graumelierten Bart empfand das Leben elend hart. Ihr Wirt war Rocker und er fuhr mit dem Motorrad ständig nur.   „Da muss ich schleunigst etwas machen“, sprach Laus und packte ihre Sachen, verließ den Rocker-Mann bevor sie jämmerlich im Bart erfror.   Wo soll, wenn ich gegangen bin, ich arme Laus denn jetzt bloß hin? Sie dacht…

Ameisenschicksal

Wer reist begibt sich in Gefahr, wie es im Folgenden auch war: Wozu auch muss die kleine Emse nach London fahren an die Themse?   Sie geht gemütlich, ohne Hast, schnurstracks zum Buckingham-Palast. Die Queen, weils Tierchen ungebeten, ist, not amused, darauf getreten.

Alohol

Alohol Zu reiten wie auf einer Woge, zu kreisen wie im Karussell, gelingt mit dieser Alltagsdroge, dem Alkohol oft viel zu schnell.   Kaum einer, der ihn nicht gern nähme, von Zeit zu Zeit, von Tag zu Tag. Auch mir liegt fern, dass ich mich schäme, weil ich ein gutes Tröpfchen mag.   Die alten Römer und die Griechen, sie…

War das Leben?

Wie hat das Leben mich hinweg getragen, wie viele Wünsche, die in mir erwachten?! Was Schicksal und die Zeit aus ihnen machten, sind letztlich nur Enttäuschung und Verzagen.   Beharrlich musste ich das Neue wagen, und stet nach unverbrauchten Zielen trachten, die mich Erhofftem doch nie näher brachten. Es blieben Wehmut und die vielen Fragen.   Ich bin im Zweifel:…

Einsam steht der Wald

So einsam steht der Wald und stumm verträumt, wenn diese kalten Tage durch ihn wehen, die Buchen kahl und ohne Regung stehen, von erstem Reif der Frostnacht hell umsäumt.   Gespenstisch ist das Schweigen  und so leer, wie aus der Regungslosigkeit geboren, als hätte sich das Leben fahl verloren in bleichen Nebelschleiern ringsumher.   Die Einsamkeit, sie lastet weit und…

Blattgold

Als ob das Blatt sich stumm entschlossen hätte, nun loszulassen in den Tod – in graziöser Pirouette sinkt es herab im Abendrot.   Als ob es pures Gold geregnet hätte, erglänzt das Blatt noch einmal hell und landet sacht auf letzter Stätte, ganz zwanglos, beinah rituell.   Als ob der Frost es schon erwartet hätte, schickt er den ersten Reif…

Im Herbst der Zweisamkeit

Ich hab es stumm in mich hinein geschrien, es hallte wider, wollte nie verklingen und niemals habe ich es mir verziehen, so viele Jahre auch bislang vergingen.   Es hatte sich ein Herbst ins Wir geschlichen, versteckt in tristen Oberflächlichkeiten. Verlangen war der Apathie gewichen. Latent erloschen uns die alten Zeiten.   Warum nur haben wir so lang geschwiegen? Als…

Die Birke am Weiher

Als Todessehnsucht quillt aus gelbem Blatt die Müdigkeit der abgelebten Tage. Wie täuschend fern ist nun das junge Blühen, das sich aus Knospen einst verraten hat. Im kalten Wind fließt unsichtbar die Frage nach Einkehr und Erlösung aus den Mühen.   Die Birke, eingehüllt in fahles Grau, trägt ihr Geschick als feuchten Nebelschleier und will sich schon dem langen Schlaf…

Frühdunst

Ein grauer Dunst verbirgt das klamme Grauen. Im fahlen Licht ragt kahl der Apfelbaum, erstarrt  und stumm in einem trüben Traum, als wäre er aus schwarzem Stein gehauen.   Ganz fest umschlossen von den Krähenkrallen ist das bizarr geschwungene Geäst. So heiser, dass es bang erschauern lässt, hört man der Raben Krähen grell erschallen.     Bis dann die Vogelkehlen…

Dein Leuchten

Wie leer warst du, mein Herz, und abgekühlt, wie stumm hab ich dich durch die Welt getragen, als hätte nichts in meiner Brust geschlagen – als hätte ich dort nie etwas gefühlt.   Nun hat dein Dasein mich ans Licht gespült, wo heiße Schauer durch die Seele jagen. Ein Leuchten wärmt, auch an den trübsten Tagen, wenn deine Gegenwart im…

Spätsommerstimmung

Der Sommer riecht ein wenig angegoren, die Zeit trägt Holderschwarz und Mehltauweiß. Im Grün schwelt der Erschöpfung Todesschweiß, mit einer herben Modrigkeit verschworen.   Die Stunden wirken irgendwie verloren. Ist die Vergänglichkeit  der Reife Preis? Der neue Tag kommt heute seltsam leis, wie aus der Schwüle reifer Luft geboren.   Das Streben scheint mit Mattigkeit vertauscht, fast zärtlich in Melancholie…

Barrieren

  Wo Mauern oder Zäune Völker trennen,  hat Menschlichkeit nur selten Halt gemacht –  sei auch der Schlagbaum noch so gut bewacht –  weil die Gefühle keine Grenzen kennen.    Verlangen kann Barrieren überrennen,  es widersetzt sich Willkür und der Macht.  Die Eintracht bringt ein Licht in kalte Nacht,  wenn Menschenherzen füreinander brennen.    Der Frieden ist die stille Glücksvision, …

Weihergrab

Von Juliwärme wohlig mild umschmeichelt, in kühlen Lindenschatten eingetaucht, vom Duft der Gräserblüten angehaucht und zärtlich sanft vom lauen Wind gestreichelt,   saß eine junge Frau am Stamm des Baumes. Ihr blauer Rock, geblümt und seidenfein, bedeckte schmiegsam zart das junge Bein, so luftig, wie der Schimmer eines Traumes.   In ihren schmalen, trauerfeuchten Händen, verbarg sie das Gesicht, benetzt…

Ein Gedicht

Es waren nur Gedanken, die Unrast, alt und schwer, aus meiner Seele tranken; nun schmerzen sie nicht mehr.   Hab einen Weg gefunden, der mein Verlangen stillt: In Worte eingebunden, mal ich davon ein Bild.   Ein Klang aus bunten Tönen, der aus dem Innern bricht, kann mich mit mir versöhnen und zaubert ein Gedicht.

Großstadtgrün

Wie sie mächtig ragen, die Platanen, aus dem Großstadttreiben der Allee und sie schauen bis zum Stadtrandsee, über Häuserschluchten, Autobahnen.   Wie sie atmen, diese grünen Lungen, in Erhabenheit gelassen, stumm, Hauch von Biosphärenfluidum, heilsam und von Lebenskraft durchdrungen.   Mitten in Asphalt, Fassaden, Mauern kann die Unverbrauchtheit nebenbei in betonsterilem Einerlei scheinbar wie belanglos überdauern.   Sattes Grün küsst…

Zeitstaub

Erinnerung kühlt heute dein Verlangen, Gedanken an die grandiosen Tage. Es blieb nur ein Warum als wirre Frage, ein letzter Kuss auf ihre zarten Wangen.   Sie ist aus deinem Dasein stumm gegangen, ließ einsam dich zurück mit deiner Klage. Ihr Bild, wenngleich verschwommen und schon vage, nimmt dich auch jetzt, wie eh und je, gefangen.   Doch legt sich…

Verlorenes Gestern

Die Welt, sie ist so hell und liebenswürdig; es ist ihr Unverbrauchtsein, das ich mag und nichts ist dieser Schöpfung ebenbürtig. Ich frag mich, war denn gestern auch ein Tag?   Lasst mich den Baum, das Wiesengras erkunden, denn hinter mir ist alles trüb und leer. Ich glaub, ich hab das Leben neu erfunden, was vorher war, das weiß ich…

Der Fluch des Ungewissen

Der Wind trägt alten Staub und Langeweile durch öde Straßen in die leeren Tage. Zurück bleibt eine ungestellte Frage, die ich mit all den Furchtbeseelten teile.   In einer abgelebten Häuserzeile verhallt im Nirgendwo die stumme Klage, die ich ins Jetzt hinein zu schweigen wage, mit der ich die versteckten Wunden heile.   Ich schau zurück, kann nur Verwehtes sehen,…

Waldfrieden

Als wollte ich aus dem Gedröhn entfliehen, ging ich mit hastig raschem Schritt bergan, ins Grüne, wo Beschaulichkeit begann, wo Gleichmut und Gelassenheit gediehen.   Mit einem Mal, da konnte ich es spüren, ich war von Ruhelosigkeit befreit durch meine Adern floss Besinnlichkeit und Harmonie begann, mich anzurühren.   Der Tannenschatten schien mich zu umarmen, ein zartes Rauschen ging durchs…

Eine Stadt geht schlafen

Im  scharfen Hektiktakt pulsiert das Leben, in  Großstadtlärm und dessen Duft getaucht, der dunstig fahl in graue Himmel raucht, um in die Unverbrauchtheit aufzustreben.   Die Anonymität, sie scheint zu schweben, als Einsamkeit auf den Asphalt gehaucht. Die Menschlichkeit riecht irgendwie verbraucht. Der Bruder fern und doch so dicht daneben.   Steril, mit Smoggewölbe überdacht, begibt die Metropole sich zur…

Duftträume

Lange hatte ich ihn nicht gerochen, diesen würzig herben Juniduft, blumig schwebend in der Flimmerluft erster, gleißend heißer Sommerwochen.   Längst schon war mir der Genuss verloren, das Bukett von sonnenwarmem Heu. Alte Wonnen, sie entstanden neu, mit dem Gräserwohlgeruch verschworen.   Langsam hat der Hauch mich mitgenommen in die weit entfernte Jugendzeit. Glücksmomente der Vergessenheit sind ganz still ins…

Irgendwie verloren

In Verzagtheit nahezu verloren geh ich durch die Straßen dieser Stadt, die mir ein Verweil gegeben hat. Ungewissheit schwitzt aus allen Poren.   Hinter mir der Krieg, die Diktatoren, eine Flucht aus Elend und Verrat und die Scham, als ich um Hilfe bat. Stolz und Großmut sind darin erfroren.   Was macht manche Menschen so verschlossen? Alles ist so unvertraut…

Dämmerung

Im Dämmerlicht der Abendstunden hab ich den Wind im Laub belauscht, mich am Holunderduft berauscht und so Beschaulichkeit gefunden.   Ein leiser Schmerz schien mich zu rühren. Mit jedem tiefen Atemzug, der diesen Hauch der Blüten trug, war die Melancholie zu spüren.   Ich sah den Junitag erblinden, war seltsam frei und scheinbar jung und konnte  in Erinnerung beglückt den…

Sommeridylle

Aus dem Wald herüber klingt es leise, wie Musik von edlen Flötentönen, die mit Lerchentrillern sich versöhnen zu geheimnisvoller Märchenweise.   Gleißend weiße Wolkenflocken schweben in den gläsern reinen Junilüften, die mit ersten, herben Sommerdüften sich im Silbersonnenglanz verweben.   Und in diesen friedenvollen Stunden, wenn verträumt Gedanken Gleichmut trinken, hat die Seele im darin Versinken bald schon ihr Elysium…

Ruhetrost

Wie hab ich Leben einstmals eingesogen, vom Hitzedurst der Jugend übermannt, von seiner Fülle gänzlich überrannt und in den Bann von Wunsch und Traum gezogen.   Wie hat mich Wirklichkeit dabei belogen! Ihr Echtgesicht, es war mir unbekannt und niemand hatte je den Preis genannt. So war ich letztlich um mein Ziel betrogen.   Nun fand ich Trost im Frieden…

Stillsamkeit

Es ist im Kopf ein sämig schweres Schweigen die Schritte werden lahm im Paniktraum und Einsamkeit füllt gnadenlos den Raum, in den sich deine Nöte matt versteigen.   Wie Finger, die auf wunde Seele zeigen, schwelt Klage, doch du spürst sie kaum. Das Leben steht im Abendrot als Baum, beinah erstickt in blätterlosen Zweigen.   Verlorensein folgt ängstlichem Verzagen. Da…

Der erste Kuss

Durch unsere Wälder, auf schattigen Wegen, da gingen wir oft und so gern Hand in Hand. Die Seelen, die still jener Zauber verband, ganz innig verschlungen in tiefem Erregen. Es war eines Abends im Mai unter Tannen, wir tranken den ersten verzauberten Kuss, versanken in Zärtlichkeit –  welcher Genuss! – als unsere sonnigsten Tage begannen. So oft sind wir noch…

Märzenregen

Der Märzenregen fällt auf Ackerschollen und dort, im See, in Pfützen auf dem Eis. Er frisst am Schattenrain das letzte Weiß, da wo schon erste Gräser grünen wollen.   Der Bach beginnt den Wiesengrund zu fluten, noch stehen dort die Apfelbäume kahl. Ganz langsam sieht man still hinab ins Tal den Winter aus der kalten Zeit verbluten.   Der Abend…

Geduld

Es ist die Starre, die dort in den Zweigen klebt und doch schwelt eine Ahnung durch den Morgen, dass etwas in der klammen Kälte lebt, in Hoffnung eingewoben und verborgen.   Ich sah es oft und dennoch blieb es fremd: Das matte Gelb der Gräser in den Wiesen, erschien wie Flehen aus dem Totenhemd, wo milde Tage Lücken hinterließen.  …

Bald

Des Winters Atem zieht mit kalten Winden durch eine stille und erstarrte Welt, in der das Leben scheinbar innehält. Und wieder will der Tag so früh erblinden.   Wo sind die Felder, Äcker und die Wiesen? Ihr Blühen und ihr Grünen, das ich such, es ist bedeckt mit weißem Leichentuch, das klamme Wolken aus dem Himmel ließen.   Das Darben…

Was kommt?

  Ein grauer Tag, der Himmel schweigt, die Zeit, sie scheint zu stehen, in trübe Leere stumm verzweigt, wie nutzlos zu verwehen.   Das Leben schleppt sich zäh dahin, in Mattigkeit gefangen, als wär es ohne Ziel und Sinn, mit Überdruss verhangen.   Ein dünner Luftzug regt das Laub, es flattert wie verloren, bricht ab, sinkt in den Straßenstaub, der…

Dein Liebreiz

Wie leer war doch mein Leben noch vor Tagen, wie farblos meine blütenarme Welt, zu monotonem Einerlei entstellt, mit Sehnen angefüllt und mit Entsagen.   Du bist die Antwort auf so viele Fragen, bist wie ein Licht, das in die Ödnis fällt und hast das Dasein mir so bunt erhellt, so dass dein Fluidum und Glanz mich tragen.   Nun…

Berührt

Ein Blatt des Eschenbaumes, windgeschaukelt, strich sanft mir übers sonnenmüde Haupt. Zu gern hätt ich an deine Hand geglaubt, doch hat das Laub mir dies nur vorgegaukelt,   In seiner Fiederblätter kühlem Schatten hab ich so manchen Tag an dich gedacht, hat mir dein Bild die Sehnsucht neu entfacht, nach Innigkeit, die deine Küsse hatten.   Es war, als ob…

Herbstmorgen

Die späte Nacht verliert sich in das Grau der undurchdringlich blinden Nebelschwaden, in denen klamm die frühen Stunden baden, auf schimmerndem, zu Reif erstarrtem Tau.   Gespenstisch unergründlich ist der Tag in trüben Schleiern rätselhaft verborgen und müde Finsternis sucht ihren Morgen im Sein, das wie entseelt im Schlummer lag.   Bis sacht ein erster Schein ins Dunkel dringt, gleich…

Reifes Leben

Verschwiegen zieht ein Hauch von Unbehagen wie etwas Rätselhaftes in den Winden. Beklemmung schleicht sich heimlich ins Empfinden, die Wolken fliehen aus den warmen Tagen.   Die Luft, von stummer Mattigkeit getragen, streicht durch das späte Laub betagter Linden. Ihr Grün begann zu Farben zu erblinden, als Nebel in den frühen Stunden lagen.   In stillem Stolz, mit Müdesein durchdrungen,…

Zeitgefühle

Ich sitze still und lausche in den Tag. Im Sommerwind vergehen meine Stunden mit rätselhaftem Fluidum verbunden ins Nachher, das so lang im Dunkeln lag.   Momente ziehen wesenlos vorbei, mit ihnen klanglos abgelebte Jahre. Vergessensein liebkost die grauen Haare, wie ein entrückter Hauch aus Einerlei.   Mir ist, als wehe Gleichmut mit der Zeit, als hätte es das Gestern…

Am Fluss

Im Eschenschatten träumt der Fluss und unter Trauerweiden zieht er  dahin, folgt einem Muss. Sein Wasserkleid glänzt seiden.   Die Zeit, sie strömt mit ihm hinab, durchs Tal, dem Meer entgegen. Das Glitzern, das die Sonne gab, schwebt auf ihm wie ein Segen.   Sein sanftes Plätschern fing mich ein, so blieb ich lauschend stehen und spürte alle Seelenpein im…

Einsam

Wie Blütenstaub auf stiller Wasserfläche, so schwimmt das Sehnen in den leeren Tagen, weil ich nicht deine Haut erspüren kann. Warum sind Liebesworte, die ich spreche in deinem Widerhall nur hohle Fragen und Phrasen, die der Wüstenwind ersann?   Wie ein Gewächs, verdorrt und ohne Blüte, so welkt mein Dasein unbeseelt ins Ende in einem trostlos fahlen Abendrot. So bleibst…

Verlorene Träume

Verloren schwebten die Gedanken, wie Ringe wallend weißen Rauchs, bis sie ins Nimmermehr versanken, im Dunste eines zarten Hauchs.   Es waren Wünsche und Verlangen, mit Hoffnung und mit Furcht vermengt, die im Vergessensein verklangen, ins Wehmutnirgendwo versprengt.   Doch  blieb die Zuversicht bestehen, ein winziges und zartes Licht. Es leuchtet still beim Weitergehen, selbst die Verzweiflung löscht es nicht.

Jahreszeiten

Wenn raue Winde schon den Sommer kühlen, wächst schmerzlich das Verlangen nach Behagen und tief im Innern reifen Lebensfragen, die still und stet in den Gedanken wühlen.   Es ist die Zeit, die läuft und ihre Mühlen zermahlen langsam Hoffnung in Verzagen, wenn sie an letzten, stillen Träumen nagen, bis diese schon den nahen Winter fühlen.   Doch folgen stets…

In Ketten deiner Anmut

Wie wunderbar sind diese Rosenranken, mit denen du mich dornenlos umgibst, wie unerbittlich lockend die Gedanken, die du mir sanft in meine Seele schriebst, so dass sie still dort bis zuunterst sanken.   In deiner Harmonie bin ich gefangen im Wohlgefühl, mit dem du mich umrankst. So unergründlich stark ist das Verlangen, das du mit schierer Zärtlichkeit mir dankst und…

Gefangen

Am Abend ist sie oft hinausgegangen, um sich vom Tag im Stillen zu befreien, ihm diese Qual der Öde zu verzeihen. Doch war sie seltsam in sich selbst gefangen   und konnte so zur Ruhe nie gelangen. Sie musste sich den Frieden mühsam leihen und war es leid, sich stetig zu kasteien, mit Fesselketten ihres Ichs behangen.   Denn selbst…

In Rätseln gefangen

Die Welt, sie ist gewaltig anzusehen. Ich schaue schweigend um mich, bin entzückt, von der Erhabenheit beinah erdrückt und fürchte stumm, sie könnte je vergehen.   Das Universum, wer kann jemals sagen, warum es ist, woher es einstmals kam, auch ob und wo es seinen Anfang nahm? Die Ungewissheit schwelt in tausend Fragen.   Doch der Verstand ist hilflos und…

Du bist gegangen

Wie Bilder an der Wand, die nicht mehr hängen, hat deine Gegenwart den Raum geprägt, der in den Träumen deinen Duft noch trägt – die Zeit will die Vision von dir verdrängen.   Mach ich die Augen zu, dann kann ich sehen, wie du mir Zärtlichkeit im Lächeln schenkst und ohne Worte hör ich was du denkst, kann deine zarte…

Unvergänglich

Wie viele Leben sind im Tod vergangen, auch aus Erinnerung dahingerafft? Dort wo die Ewigkeit am Himmel klafft sind sie in der Vergessenheit gefangen.   Auch der, den Einstige als Held besangen, verlor im Angedenken seine Kraft und er verblasste mählich schemenhaft, als seine Hymnen irgendwann verklangen.   Doch wird sich alles ewig wiederfinden, vergänglich sind nur Formen und Gestalten,…

Seelenheimat

So ängstlich bewahrst Du die Tage in zitternden Händen und kannst nicht verhindern, dass schon wieder einer vergeht. Gerade noch Tulpen, nun farbloser Schnee auf dem Beet. Wie trostreicher wäre es, wenn wir dies alles verständen.   Ist Abendrot ärmer als morgens das hellblaue Grauen und folgt denn nicht immer dem Dunkel ein blühendes Hell? Gedanken zum eigenen Ich sind…

Im Zug der Zeit

Es sind der Zukunft schattig dunkle Röhren, in die das Leben ohne Zögern taucht, um gierig nur ein Echo noch zu hören, bevor das Ist im Zug der Zeit verraucht.   Als wär nur schwarzes Nichts in diesem Stollen, das Leuchten in der Ferne öder Trug, Schimäre, Ausgeburt aus zähem Wollen und für den Seelenfrieden nicht genug.   So soll…

Januarmorgen

Ein gläsernes, beinahe schrilles Klirren liegt scharf und kaum vernehmbar im Geäst. Ein Eishauch, der zur Agonie erpresst, durchdringt die Luft mit seinem Kälteflirren.   Am frühen, rosaroten Himmel irren zwei Glitzerflocken aus dem Wolkenrest, bis sie die starre Luft zu Boden lässt. Es ist als hörte man ihr zartes Schwirren.   Wie gnadenlos und unerbittlich kalt in Diamentenschweigen eingefroren…

Wenn das Leben brach liegt

Es sind diese öden Gedanken, die bleiben, wenn einen das Leben so kalt überrollt, als hätte es nie etwas Gutes gewollt, und die Jahre danach ins Verloren-sein treiben.   Es wächst eine einsame, steinige Wüste, schier grenzenlos viel an Gefühlen liegt brach. Ersonnene Schuld wird zur bitteren Schmach, zum Grab für die Hoffnung und Labsal der Lüste.   Es bleiben…

Januarregen

Blattlos reckt der Fliederbusch die Zweige in den regengrauen Wintertag, der sich augenscheinlich selbst nicht mag; und ich schaue teilnahmslos hinaus und schweige.   Freudlos sucht mein Auge junges Leben, das an jedem Ast noch einst gedieh. Nun tropft aus dem Holz Melancholie. An den Hängen seh ich Schwermut schweben,   klamm in Nebelschwaden auf den Bäumen. Dieses Schweigen wie…

Alles wird gut

Ein Wintertag mit seinem Dämmerlicht, er spiegelt sich auf regennassen Straßen. Der Wald an meinem Berg, man sieht ihn nicht. Die Wolken, die ihn schon am Morgen fraßen, sie stahlen mir die altvertraute Sicht.   Wenn nun die Stunden nur Sekunden wären, ich könnte ihnen dann sogar verzeihen, dass sie nicht Schnee, noch Frost und Eis gebären und ihre Kälte…

Ein Schrei im Nebel

  Drei Frauen, sie standen im Nebel am See. Die Blicke im graufeuchten Schleier verloren, die Stimmen in nächtlicher Stille erfroren, so harrten sie barfuß im eisigen Schnee.   Vom Wasser her gellte ganz jählings ein Schrei, aus einer verzweifelten Kehle befreit, zerfetzte die düstere Lautlosigkeit. Gebannt im Entsetzen erstarrten die Drei.   Ihr langes und wallend fahlweißes Gewand verschwamm…

Stille, heilige Nacht

So seltsam still umfängt mich diese Zeit, scheint Einklang aus dem Seelengrund zu heben. Ein Frieden vollen Trost durchdringt das Leben, von nah bis in die Ferne, endlos weit.   Es sind das Glück, die Sorgenlosigkeit, die mich in diesen Stunden sacht umgeben und aus der Unschuld meiner Kindheit schweben. Ich bin mich hinzugeben neu bereit.   In dieser Nacht,…

Weihnachtsmysterium

Weihnachtsmysterium   Als ob aus nebeltrüben Kältetagen ein Zauber fallen würde auf die Welt, damit wir nicht im Finsteren verzagen, weil er die bangen Seelen uns erhellt.   Aus mildem Flackerschein der Kerzenflammen steigt mit der Wärme die Erinnerung. Wie waren wir so feierlich beisammen, wie war ich selbst so unbeschwert und jung.   Der Tannenbaum im Schmuck, ich seh…

Herbstmorgen

Der Mehltau Zeit liegt auf dem Laub, ein Glitzerreif auf Gräsern. Der Morgen dämmert kältetaub, doch klar und beinah gläsern.   Im Wald schwebt klamm ein Moderduft am Grund in morschen Zweigen. Wie pilzdurchwoben ruht die Luft in einem tiefen Schweigen.   Die Eicheln hängen reifeschwer in sommermüden Blättern. Ein Nebel müht sich, bleich und leer, vom Tal herauf zu…

Bereit

Ein Hauch von Abschied fliegt im Wind, ein wenig Sterben schon, und schwebt ganz seltsam seelenblind, wie Trauerorgelton im Strauch, wo schon die Beeren sind.   Er zupft und rüttelt sacht am Blatt und dieses zieht sodann, vom Sommer dunkelgrün und matt, die bunten Sachen an, des abgelebten Kleides satt.   Bald kommt der Tag und seine Zeit, das Lebewohl…

Sommernacht

Das Licht ist farbig hinterm Wald verschwunden, der warme Sommerwind hat sich gelegt und alles scheint so leblos unbewegt. Der Tag liegt müde in den späten Stunden.   Beklemmend stiehlt sich stumpf ein Dämmerschweigen den Hang hinab und in das Schattental, wie eine Müdigkeit, fast unreal. Es scheint der Finsternis den Weg zu zeigen.   Die Zeit läuft wie im…

Spätsommermorgen

Wo Tannen und der Himmel sich berühren keimt hell in kaltem Blau ein neuer Tag. Noch ist Beklommenheit der Nacht zu spüren und Schweigen, das im vagen Dunkel lag.   Wie klammer Fluch liegt Dunst im Dämmergrauen, und schwebt erbarmungslos am Wald entlang, als wollte Unheil sich zusammenbrauen aus Düsternis und deren Abgesang.   Was liegt in diesen Stunden stumm…

Der Sommer geht

Der Sommer geht mit sonnenlosen Winden, auf Eis und kaltem Ozean geboren; die ersten Blätter ziehen wie verloren ihm hinterher, ein Modergrab zu finden.   Mit langen Schattenschleppen stehen Linden am Bach beisammen, wirken wie verschworen. Das müde Jahr, es duftet angegoren, und immer früher will der Tag erblinden.   Die Nächte klamm und erste Nebel schwelen vom Weiherspiegel durch…

Das tanzende Mädchen

In Dankbarkeit gewidmet meiner Freundin Heidi   An einem flimmerheißen Sommertag, als gleißend hell die Mittagssonne sengte, Getreideduft sich mit der Glut vermengte, geschah, dass in der Luft ein Zauber lag.   Am Wiesensaum, ganz nah beim Waldesrand, wo rätselhaft und wundersam verschworen sich die Konturen nebulös verloren, bewegte sich im bunten Festgewand   ein Mädchen, graziös und wie im…

Spätsommerabend

Der kühle Atem eines Regentages streicht lustlos durch das dunkle Sommerlaub, verwischt vergangner Hitze Erntestaub. Für den Moment nur eines Augenschlages   schwebt unsichtbar in diesen Abenddüften ein stilles Streben nach Vollkommenheit. Das Ende warmer Obhut ist noch weit und doch liegt Reife in den klammen Lüften.   Schon will die Nacht die Szenerie verschlingen. Konturen werden langsam ungenau und…

Die Nebel der Zukunft

Wie schwüle Luft an manchen Julitagen, so zäh und scheinbar wie zum Greifen schwer, zieht bleich ein Nebel von der Zukunft her, als schwebe aus dem Morgen ein Verzagen.   Wie Wolken, die ins Licht den Schatten tragen, so steigt ein Dunkeln ohne Gegenwehr, wie aus dem Nichts, beängstigend und leer, mit all dem Kleinmut in den bangen Fragen.  …

Der dunkle Begleiter

Verzerrt und ohne Farbe, grau in grau, verfolgt mein Schatten mich durch alle Tage und ohne Unterlass in jeder Lage, mal scharf umrissen, manchmal ungenau.   Er äfft mich nach, in allem was ich tu, mal vor, mal hinter mir, auch mal daneben, scheint er geradezu an mir zu kleben. Im Dunkeln, da verschwindet er im Nu.   Zu gerne…

Fortschreckspiration

  Schadstoffschwanger schleichen Giftgaszungen, unsichtbar im feingestaubten Flug, lecken, gasgetarnt als Atemzug, Kohlenstoffgebinde in die Lungen.   Unheilvoll scheint grauer Dunst zu herrschen in der rußgeschmückten Häuserschlucht, wo er sich den Weg ins Wohlsein sucht, trübe ausgepufft aus Fahrzeugärschen.   Freiheit ist mobilgelebtes Hetzen und in trüber Wirtschaftswachstumsluft wabert köstlich-süßer Meuchelduft, um sich im Befinden abzusetzen.   Dieser Fortschritt lebe…

Gläserne Tränen

  Wie gern hätt ich liebliche Düfte und Farben in inniger Zweisamkeit zärtlich geteilt! Als Feuer der Lebenslust qualvoll erstarben, hat einsames Warten mein Dasein ereilt.   Ich liege in leeren Gedanken gefangen, die Einsamkeit nächtens im Mondlicht ersann. Warum ist das heiße Entzücken vergangen noch ehe es tief in der Seele begann?   Im Sommerwind zieht das versteinerte Weinen…

Mondgöttin

Stammheim, 27. September 2010   Geheimnisvolle Stille lag im Weiher, ich saß in kaltes Mondlicht eingehüllt. Der Nebel schwebte wie ein Seidenschleier und hat die Nacht mit Schweigen angefüllt.   Da hörte ich ein Lied aus großer Ferne, mit einer Melodie, so traurig schwer, als tönte durch die Nacht das Licht der Sterne wie leises Weinen mir vom Himmel her.…

Spuren im Sand

Stammheim, 3. November 2010   Wir gingen still im nassen Sand, verliebt umschlungen in Gedanken und eng verbunden, Hand in Hand, bis wir verträumt in uns versanken.   Ein salzig frischer Wellenschaum, den ich am nackten Fuß verspürte, umspülte jenen zarten Traum, der meine Seele tief berührte.   Wir gingen weiter, Stück um Stück, da waren vor uns nur noch…

Wassergespenster

Stammheim, 20. Juli 2012   Am Weiher draußen, unter alten Linden, ging sie durch morgenfeuchtes Blumengras, den frühen Seelenfrieden dort zu finden. Der Wasserspiegel lag wie blankes Glas und schien im Grau der Wolken zu erblinden.   Der Wiesentau benetzte ihre Beine mit Einsamkeit am frühen Sommertag. Als Schleier schimmerte im Dämmerscheine der Nebelflor, der auf dem Wasser lag; Beklemmung…

Der Kindertraum

Stammheim, 31. Mai 2011 Es ist so lange her, in fernen Zeiten, ich war ein Knabe noch, naiv und lebensfroh, da fing ein Traum mich ein, beim Spielen irgendwo, er sollte durch die Kindheit mich begleiten.   Es war ein neues, schwebendes Zuhause, hoch droben, wo die Schwalben fliegen und die Krähn, ein großes Luftschiff und ich war der Kapitän,…

Begegnung

  November 2010 Allein bin ich im Wald gegangen, gedankentief in Einsamkeit von Zwang so wunderbar befreit, vom stillen Frieden eingefangen.   Ganz plötzlich konnte ich sie sehen, wie tanzend kam sie auf mich zu, im langen Kleid, ganz ohne Schuh. Ich blieb wie angewachsen stehen.   Ein Schmerz erdolchte meine Seele, es war die Liebste aus der Zeit der…

Sandwüste

In Verlorenheit getaucht, Düne unter Flimmerlüften, Wildnis, still und unverbraucht, frei von Tönen und von Düften.   Trockenheißer Mittag brennt, Himmelgleißen ohne Gnade und die öde Weite kennt keine Wege, keine Pfade.   Doch auf dürrer Einsamkeit liegt ein Frieden ohnegleichen. Dasein, frei von Last und Zeit, wo dir Angst und Drangsal weichen.   Stammheim, 9. Januar 2015

Schritte in der Nacht

  Bleiern liegt die Stille in den Gassen – späte Stadt trägt sternenlose Nacht. Finsternis ist mit der Hand zu fassen und die Zeit hat scheinbar Halt gemacht.   Dann ein Knirschen auf den Pflastersteinen, Kummerschritte, melancholisch schwer, hingeschlurft von lebensmüden Beinen – Einsamkeit schleicht hinter ihnen her.   Nichts ist in der Schwärze zu erkennen, das Geräusch entfernt sich…

Abgelebtes Wollen

Im Moderfeld verblichener Verlangen verliert sich stumm ein wundgelebtes Streben. Die unerfüllten Träume, sie entschweben, mit Nebeln des Vergessenseins verhangen.   Das Dasein ist in Zuversicht gefangen, will unverbraucht im Nachher weiterleben; wie lange noch wird es ein Morgen geben, nach all den Jahren, die so rasch verklangen?   Die Zukunft bleibt zuletzt im Ungewissen, verborgen in des Himmels Ewigkeit,…

Weitsamkeit

Ich hatte einen wundersamen Traum. Wir trieben in des Ozeanes Weiten und nichts als blaues Meer zu allen Seiten, in Zweisamkeit verblassten Zeit und Raum.   Ein Wunsch zog uns hinaus zum Weltensaum, wir fuhren mit den Strömen der Gezeiten. Das Sehnen war an Bord, uns zu begleiten, durch Wogen und durch wilden Wellenschaum.   Wir konnten unser Ziel doch…

Im Wald

Ein wohliges Versinken nimmt mich in seinen Schoß, als könnt ich Ruhe trinken mich weiten, uferlos.   Ein tiefes Schweigen zwischen Bäumen, in kühlen Tüchern balsamiert, das nur die blauen Himmel säumen und leis das Vogellied verziert.   Der Stille Nymphen, sie begleiten die Reise durch den Seelengrund, das wonnig durch Erlösung Schreiten, den Glanz im feuchten Augenrund.   Beinahe…

Tarngefleckter Wahnsinn

Wahnsinn, tarngefleckt, gräbt die Trauerlöcher unfassbaren Sinns mit den Marterschaufeln grenzenloser Schmerzen in die Seelen. Lach nur, Sensenman und grins jenen ins Gesicht und in die kalten Herzen, deren Tun die Meschlichkeit darniederstreckt.   Leiden, grenzenlos, ist die Heuer des Soldaten allezeit auf Galeeren seines Schicksal angekettet, nur vom Irrsinn oder schlicht vom Tod befreit. In des Lebens Sonne nie…

Lichthauch

Die Nacht trägt im Tal einen Elfenkleidschleier, mit Tauperlenband ist die Wiese geschmückt der Wald scheint im Dunkeln zusammengerückt, als lauschte er still einer sphärischen Leier.   Der Mond gießt sein Silberlicht über die Welten, umgeben von hauchdünnem Eiswolkenkranz erleuchtet er sacht der Naturwesen Tanz, zu dem sich die funkelnden Sterne gesellten.   Als spürte man Stille, als hörte man…

Sackgasse des Seins

Bleiern klebt die Leere an den müden Gliedern, jeder Wille fließt mir aus der hohlen Hand. Was soll ich dem fremden Leben heut erwidern, wo ich weder Schlaf noch etwas Hoffnung fand?   Festgekettet bleibt mein Dasein schweigend liegen mit der Zeit vergeht auch meine Existenz, von der eigenen Verachtung totgeschwiegen, tief verloren in der Seelendekadenz.   Geh nur, lass…

Mai

Ein warmer Windhauch spielt verträumt mit jungem Laub, treibt erste Schirmchen aus dem Gelb der Wiesen, die ihre Wiege auf dem Löwenzahn verließen. Die Luft trägt schwer am herben Duft nach Blütenstaub.   Den Mischwald krönt ein Siegerkranz aus zartem Grün, der Apfelbaum erstrahlt im Hochzeitskleide gewebt aus blütenweißer Unschuldsseide, auf der die heißen Maiensonnenstrahlen glühn.   Mit Blättertuch verhüllt…

Resignation

Wie so oft beim wieder-mal-Versuchen, mit Gedanken diese Welt nun endlich zu durchdringen, will es mir nicht einmal bis zum Fenster hin gelingen, und mir bleibt nur klaustrophobes Fluchen.   Eingesperrt in eigenes Versagen ringe ich verzweifelt nach Verständnis für das Leben. Will mir dann kein Ratschlag, keine Droge Hoffnung geben, hospitalisiere ich mein Klagen.   Sacht, als wollt ich…

Das Warnlicht

Dort oben stehst du auf dem Felsenthron, aus Glas, die Sonne spiegelnd, deine Spitze, ragst gleißend schneeweiß aus der Mittagshitze; die blaue Weite ist dein Wächterlohn.   In lauen Sommernächten streichelst du mit deinem Lichtstrahl dunkle Meeresflächen, du kannst im Leuchten mit der Ferne sprechen; der Mond schaut silbern deiner Arbeit zu.   Im Sturm stehst du mit Heldenmut allein,…

Das Ende

Ich hatte meinen kleinen Frühling ausgemacht, wie zartes Grün erwuchs ganz langsam das Begehren. „Du kennst Dich“, sagte ich und hab mich ausgelacht, doch fing ich an, mich nach dem Ahnen zu verzehren.   Das Ahnen, das zum Hoffen bald gewachsen war, begann, mir meine Seele zärtlich zu umspinnen, bis jene Zuversicht Vertrauen mir gebar, gleich einer Burg mit unbezwingbar…

Dort oben

Aus strahlend hellem Sonnenlicht gegossen, gequollenes, wattiertes Unschuldsweiß, von deiner Nahrung Himmelsblau umschlossen, aus Wasser und Halonennebeleis,   so zieht dein kühler Schatten durch die Lüfte, im Schweben über allem, schwerelos durch Winters Frost und durch des Sommers Düfte mal Flöckchen, mal Gebirge riesengroß.   Erzähl im Gleiten vom Vergehn und Werden, von meiner Ahnungslosigkeit so tief; im Wandel deiner…